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Implantate erschweren Brustkrebs-Diagnose

07.05.2013  14:23 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / Kosmetische Brustimplantate scheinen einer Meta-Analyse zufolge die Diagnose von Brustkrebs zu erschweren. Bei Frauen, die solche Implantate tragen, wird die Diagnose tendenziell zu einem späteren Zeitpunkt gestellt und sie haben ein höheres Risiko, an der Erkrankung zu sterben, als andere Frauen. Dies berichten kanadische Forscher im britischen Ärzteblatt »BMJ« (doi: 10.1136/bmj.f2399).

Das Team um Eric Lavigne von der Unité de recherche en santé des populations (URESP), Quebec, untersuchte anhand von Daten aus zwölf Beobachtungsstudien, ob sich Brustimplantate auf den Zeitpunkt der Diagnose von Brustkrebs auswirken. Einige Studien hatten gezeigt, dass Implantate bei der Mammografie Schatten werfen und so Brustgewebe verdecken können. Außerdem könnte die für die Untersuchung nötige Kompression durch das Füllmaterial verhindert werden.

Dass sich dies geringfügig auf den Diagnosezeitpunkt auswirkt, zeigten die Forscher durch ihre Analyse: Implantatträgerinnen hatten ein um 26 Prozent höheres Risiko, dass ihr Brustkrebs in einem späten Stadium festgestellt wurde, als andere Frauen. Das Ergebnis war allerdings nicht signifikant.

 

In einer weiteren Analyse mit fünf Studien zeigte sich aber, dass Frauen mit Implantaten eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, an Brustkrebs zu sterben. Die Wahrscheinlichkeit war signifikant um 38 Prozent erhöht, schreiben die Forscher. Lavigne und seine Kollegen raten aber, die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren. Einige Störfaktoren seien in den einzelnen Studien nicht berücksichtigt worden. Aufgrund der Popularität von kosmetischen Brustimplantaten sollte das Thema aber weiter erforscht werden. /

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