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Kunstblut

Zweifel an Sicherheit

30.04.2008
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Kunstblut: Zweifel an Sicherheit

PZ / Kunstblut erhöht einer aktuellen Metaanalyse zufolge die Herzinfarktrate und die Mortalität. Dies wirft die Entwicklung von Alternativen zu Spenderblut, das rar, schlecht zu lagern und mit Infektionsrisiko behaftet ist, zurück. Die Metaanalyse umfasst 16 klinische Studien, die seit 1998 mit insgesamt fünf Kunstblutprodukten durchgeführt wurden. Charles Natanson und seine Kollegen von der US-Gesundheitsbehörde NIH in Bethesda kamen zu dem Ergebnis, dass in der Gruppe, die Kunstblut erhalten hatte, die Mortalität gegenüber der Kontrollgruppe um 30 Prozent erhöht war. Mit ein Grund könnte die um 2,7-fach erhöhte Herzinfarktrate in der Verumgruppe sein, berichten die Forscher im Fachjournal »JAMA« (Doi: 10.1001/jama.299.19.jrv80007). Verbraucherschützer werfen jetzt der Arzneimittelbehörde FDA vor, die ihr bekannten Daten zu lange zurückgehalten und weiter Studien mit den Produkten zugelassen zu haben. Erst 13 der 16 Studien wurden bislang veröffentlicht.

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