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Einwaagekorrektur

Neues DAC/NRF-Tool

28.04.2015
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Von Andreas Melhorn / Die Einwaagekorrektur ist ein wichtiger Parameter bei der Herstellung von Rezepturarzneimitteln. Sie kann mithilfe des Tools Einwaagekorrektur automatisch berechnet werden. Abonnenten finden das Tool als Excel-Datei auf der CD der aktuellen Ergänzungslieferung und auf der DAC/NRF-Webseite. Die aktualisierte Version vereinfacht die Berechnung erheblich.

Vorbei sind die Zeiten, in denen mehrere Tabellen innerhalb des Tools kon­sultiert werden mussten, um eine ­Berechnung durchzuführen. Statt verschiedener Gruppen findet der Benutzer nun eine alphabethische Auflistung der Wirkstoffe. Die verschiedenen Reiter der Tabelle führen direkt zum jeweiligen Anfangsbuchstaben. Die Tabelle enthält alle benötigen festen Werte. Apothekenmitarbeiter müssen nur in die gelben Felder die entsprechenden Angaben vom Prüfzertifikat eintragen. Bei Acetyl­cystein wären dies zum Beispiel der Trocknungsverlust und der tatsächliche Gehalt laut Zertifikat. Das blaue Feld zeigt den Einwaagekorrektur-Faktor an, der am besten direkt auf dem Substanzgefäß vermerkt wird. Das DAC/NRF empfiehlt, einen Einwaagekorrektur-Faktor ab 1,02 in die Herstellung einzubeziehen.

 

Im Herstellungsprotokoll wird die um den Faktor korrigierte Masse als Soll-Einwaage zusammen mit dem Faktor selbst dokumentiert. Auf dem Etikett des Abgabegefäßes wird dagegen die verordnete Masse angegeben, nicht die tatsäch­liche.

 

»Uneindeutige« Angaben

 

Manche Wirkstoffe haben unterschiedliche Verordnungsformen. Codeinphosphat-Hemihydrat kann beispielsweise auch als Codeinphosphat oder als Codein verordnet werden. Es ergeben sich daraus unterschiedliche Einwaagekorrekturen. Die verschiedenen Verordnungsformen stehen direkt unter dem Ober­begriff.

 

In manchen Fällen kann die Wirkstoffbezeichnung des Arzneibuchs von der tatsächlichen Strukturformel abweichen. Metoclopramidhydrochlorid ist eine solche Substanz. Bei einer Verordnung muss geklärt werden, ob die wasserfreie Substanz oder Metoclopramidhydrochlorid-Monohydrat gemeint ist. In diesen Fällen findet der Nutzer statt des blauen Ergebnisfeldes ein graues Feld mit der Bezeichnung »uneindeutig« am Ende der Tabellenzeile. Im Allgemeinen ergibt es sich aus der Apothekenpraxis, welche Verordnungsform gemeint ist. Im Zweifelsfall muss die Apotheke beim Arzt nachfragen.

 

Aktivität in I.E.

 

Eine Besonderheit stellen Wirkstoffe dar, bei denen kein prozentualer Gehalt angegeben ist, sondern die eine bestimmte biologische Aktivität besitzen. Die meisten Antibiotika fallen beispielsweise in diese Kategorie. Diesen Stoffen widmet sich das Tabellenblatt »Aktivität I.E.«.

 

Die Aktivität wird bei der Arzneibuchbestimmung auf die getrocknete Substanz bezogen. Mit der Excel-Datei kann man die Aktivität der ungetrockneten Rezeptursubstanz und die benötigte Einwaage berechnen, wenn der Arzt eine bestimmte Aktivität ver­ordnet.

 

Häufig wird eine bestimmte Masse an Wirkstoff verordnet, für eine Verordnung ist jedoch die Aktivität ausschlaggebend. Um diesen Bezug herzustellen, gibt es unterschiedliche Standards, zum Beispiel WHO-Standards und Referenzwerte aus der Industriepraxis. Die Standards geben an, von welcher Aktivität pro Masse bei einer Substanz ausgegangen werden sollte. Mit ihnen kann die Apotheke also Verordnungen nach Masse interpretieren. Gibt es für eine Substanz mehrere Referenzwerte, muss man einen davon als Bezugsgröße auswählen. Da alle diese Standards legitim sind, spielt es keine Rolle, welcher davon in der Apotheke Anwendung findet. Der verwendete Referenzwert muss nur eindeutig gekennzeichnet und auf Etikett und in den Protokollen notiert werden. /

In der letzten Version der DAC/NRF-Ergänzungslieferung 2014/2 hatten sich bedauerlicherweise einige Fehler in die Rechenformeln des Tools eingeschlichen. Ab sofort steht die fehlerbereinigte Datei den angemeldeten DAC/NRF-Abonnenten an der üblichen Stelle auf www.dac-nrf.de zur Verfügung.

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