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Prävention

Apotheker wollen stärker mitwirken

29.04.2015
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Von Anna Hohle / Im geplanten Präventionsgesetz sollten mehr Leistungen von Apothekern verankert werden. Das fordert die ABDA – Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände in einer eigenen Stellungnahme. Besonders die Beratung zu den Themen Impfen und Diabetes liegt den Apothekern am Herzen.

Die ABDA hat erneut dafür plädiert, Leistungen von Apothekern ins Präventionsgesetz aufzunehmen. Anlass war eine Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestags in der vergangenen Woche. Verschiedene Sachverständige konnten sich an diesem Tag zum Gesetzentwurf äußern. Die ABDA war nicht geladen worden, schickte aber dennoch eine eigene Stellungnahme an die Regierung.

 

Darin geht es unter anderem um das Thema Impfen. Der Gesetzentwurf sehe zwar vor, den Impfstatus regelmäßiger von Ärzten überprüfen zu lassen, so die ABDA. Dies sei angesichts der »Impfmüdigkeit in der Bevölkerung« jedoch nicht ausreichend. Die Organisation schlägt deshalb vor, Impfausweise sollten zusätzlich in Apotheken abgegeben und überprüft werden können. Schließlich könne jeder Bürger schnell und ohne lange Wartezeit eine Apotheke erreichen. Außerdem genössen Apotheker großes Vertrauen in der Bevölkerung.

 

Dass Pharmazeuten fit beim Thema Prävention sind, hätten sie in den vergangenen Jahren durch viele Projekte bewiesen – etwa zur Früherkennung von Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, so die ABDA. Sie schlägt nun flächendeckende Risiko-Tests für diese Krankheiten in Apotheken vor. Weist die Überprüfung auf ein hohes Risiko hin, sollen Apotheker bestimmte Blutwerte messen und notfalls an den Arzt verweisen können. Auch sollen sie zu den Themen Sport und Ernährung beraten. Zahlen sollen diese Leistung wie auch die Überprüfung des Impfstatus die Krankenkassen.

 

In der Anhörung hatten auch andere Verbände und Sachverständige Teile des Gesetzentwurfs bemängelt. Durch die Novelle würden gerade die Menschen nicht erreicht, die am meisten von Präventionsangeboten profitieren würden, so die Kritik. Die Bonusprogramme der Krankenkassen nähmen vor allem bildungsferne Familien und solche mit Migrationshintergrund kaum wahr. Klaus Rodens von der Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin forderte mehr frühkindliche Sprachentwicklung – dies zahle sich langfristig auch finanziell aus. Elisabeth Fix vom deutschen Caritas-Verband schlug präventive Hausbesuche bei Über-75-Jährigen vor, um Vereinsamung und Mangelernährung vorzubeugen. Auch müsse das Thema Alkoholkonsum mehr Beachtung im Gesetz finden.

 

511 Millionen Euro jährlich

 

Kritisiert wurde auch die starke Einbindung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Gesetzentwurf. Sie soll rund 35 Millionen Euro von den Krankenkassen erhalten. Es sei nicht in Ordnung, dass die Kassen finanziell eine Bundesbehörde fördern, erklärte der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung. Insgesamt sollen die Kranken- und Pflegekassen laut Gesetz künftig jedes Jahr 511 Millionen Euro für Prävention ausgeben. /

Vorankündigung der Einberufung der Hauptversammlung der deutschen Apothekerinne

Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker wird im Rahmen des diesjährigen Deutschen Apothekertages vom 1. Oktober bis einschließlich 3. Oktober 2015 im CCD Congress Center Düsseldorf Stadthalle, 1. OG, Rotterdamer Straße 141, 40474 Düsseldorf stattfinden.

 

Nach § 7 Abs. 1 Satz 3 der Satzung der ABDA wird die Einberufung zur Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker zusammen mit der Veröffentlichung der vorläufigen Tagesordnung in der Ausgabe der Pharmazeutischen Zeitung Nr. 27/15 am 2. Juli 2015 erfolgen.

 

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Teilnahme an der Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker kostenfrei ist. Die Teilnehmerkarten können kostenfrei ab Juni 2015 über das Internet unter www.deutscher-apothekertag.de angefordert werden.

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