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Diskussion um HPV-Impfung

28.04.2009
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Diskussion um HPV-Impfung

Von Daniela Biermann

 

Unnötig, überhastet eingeführt und überteuert: Die Kritik an der Impfung gegen humane Papillomaviren (HPV) reißt nicht ab. In der aktuellen »Spiegel«-Titelgeschichte wettert beispielsweise das Magazin gegen Vorsorgeuntersuchungen und zitiert mehrmals Reinhard Hess, den Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

 

Der G-BA entscheidet, was in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen wird. In dem Artikel wird suggeriert, dass es sich bei der HPV-Impfung um eine politische und nicht um eine wissenschaftlich fundierte Entscheidung gehandelt hätte. Nun solle die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut (RKI) ihre Entscheidung, die Vakzine in ihre Empfehlungen aufzunehmen, noch einmal überdenken.

 

Das hat sie jedoch schon längst getan, heißt es beim RKI. »Die Antwort liegt bereits beim G-BA«, sagte ein Sprecher des Instituts gegenüber der PZ. Die STIKO bleibt bei ihrer positiven Einschätzung. Es lägen keine neuen Daten vor, die einen anderen Schluss nahelegen würden. Zwar seien nach der STIKO-Empfehlung weitere Studien veröffentlicht worden. Deren Ergebnisse seien der STIKO jedoch bereits bekannt gewesen und in die Bewertung mit eingeflossen. »Nach der derzeitigen Datenlage sieht die STIKO keine Veranlassung, ihre Empfehlungen zu verändern«, sagte der Pressesprecher. Selbstverständlich werden weitere Daten gesammelt, um Langzeitfolgen der Impfung zu bewerten. Dies entspricht der Phase 4, die jedes Medikament nach seiner Zulassung durchläuft.

 

Statt unnötige Ängste zu schüren, sollte besser sachlich aufgeklärt werden, forderte vergangene Woche die Berliner Ärztekammer gemeinsam mit neun weiteren Gesundheitsorganisationen des Bundeslandes. »Wir sagen generell Ja zu der Impfung, aber es ist ein Problem, wie sie von der Pharmaindustrie in den Markt gebracht wird«, kritisierte Günther Jonitz, Präsident der Berliner Ärztekammer. »Wir wehren uns gegen das Ausnützen dieser Ängste. Denn der Königsweg ist nach wie vor die Vorsorge«, betonte Jonitz. »Die Impfung setzt nur darauf auf.«

 

Im Oktober 2006 kam die erste »Impfung gegen Krebs« auf den Markt, begleitet von einer großen Werbekampagne. Bereits im März 2007 gab die STIKO eine Empfehlung ab.

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