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Cetuximab bei Magenkrebs ohne Vorteil

23.04.2013  12:48 Uhr

Von Annette Mende / Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs, die eine Chemotherapie erhalten, profitieren nicht von der Hinzunahme des EGFR-Antikörpers Cetuximab (Erbitux.) Das schreiben Wissenschaftler um Professor Dr. Florian Lordick von der Universität Leipzig in »The Lancet Oncology« (doi: 10.1016/S1470-2045(13)70102-5). 

Die Forscher untersuchten im Rahmen der sogenannten EXPAND-Studie gut 900 Patienten, die an nicht operablem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Krebs des Magens oder des Übergangs von der Speiseröhre zum Magen litten. Alle Patienten erhielten Capecitabin und Cisplatin, die Hälfte der Studienteilnehmer wurde zusätzlich mit Cetuximab behandelt.

Primärer Endpunkt war das progressionsfreie Überleben. Es betrug in der Cetuximab-Gruppe durchschnittlich 4,4 Monate und in der Chemotherapie-allein-Gruppe 5,6 Monate. Die Rate schwerwiegender Nebenwirkungen war in beiden Gruppen vergleichbar mit Ausnahme akneartiger Hautreaktionen, die in der Cetuximab-Gruppe deutlich häufiger auftraten. Das ist wenig verwunderlich, da Hautreaktionen eine sehr häufige Nebenwirkung von Cetuximab sind.

 

Die Hinzunahme von Cetuximab zur Chemotherapie ist bei Patienten mit fortgeschrittenem Magenkrebs nicht zu empfehlen, so das Fazit der Autoren. Dieses Ergebnis ist enttäuschend, da gerade für Patienten mit dieser Diagnose dringend bessere Therapieoptionen benötigt werden. 2008 war Magenkrebs weltweit die zweithäufigste krebsbedingte Todesursache. Die vollständige operative Entfernung des Tumors stellt die einzige Möglichkeit einer Heilung dar, allerdings ist der Krebs bei 80 bis 90 Prozent der Patienten bei Diagnosestellung bereits fortgeschritten beziehungsweise kommt innerhalb von fünf Jahren nach der Resektion zurück. /

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