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Gesundheitswirtschaft boomt in Ost und West

20.04.2016
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Von Christina Müller / Die Gesundheitswirtschaft in Deutschland wächst im Durchschnitt stärker als die Gesamtwirtschaft. Das gilt für die alten und neuen Bundesländer gleichermaßen – dennoch unterscheidet sich die Struktur der Branche in beiden Regionen deutlich.

 

Während sie im Westen stärker industriell geprägt ist, zeigt sie sich in Ostdeutschland dienstleistungs­orientierter. Das belegt eine Auswertung, die Iris Gleicke, Regierungsbeauftragte für die neuen Bundesländer, am Montag in Berlin vorgestellt hat.

 

Der relative Beitrag der Gesundheitswirtschaft zur Wertschöpfung ist demnach im Osten größer als im Westen: Im Jahr 2014 machte der Sektor in den neuen Bundesländern einen Anteil von 13,5 Prozent an der Gesamtwirtschaft aus. In den alten Bundesländern lag der Anteil bei 11,7 Prozent. Während in Ostdeutschland etwa jeder siebte Euro der Bruttowertschöpfung in der Gesundheitswirtschaft verdient wurde, war es im Westen rund jeder neunte Euro.

 

Vor allem in den neuen Bundesländern nimmt die Branche dem Bericht zufolge einen hohen Stellenwert ein. Sie sei krisenfest und biete Beschäftigungschancen für Fachkräfte sowie für Geringqualifizierte, so Gleicke. »In der dienstleistungsorientierten Gesundheitswirtschaft werden aber oft auch geringe Gehälter gezahlt«, ergänzte sie. »Mit dem Mindestlohn haben wir hier eine Untergrenze eingezogen.« Das sei letztlich für den Osten besonders wichtig gewesen.

 

Insgesamt waren im Jahr 2015 6,8  Millionen Menschen im Gesundheitssektor tätig, damit fällt rund jeder sechste Arbeitsplatz in diesen Bereich. Von 2004 bis 2014 ist dieses Wirtschaftsfeld jährlich um 3,5  Prozent gewachsen. /

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