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Apothekenrückgang in Bayern bereitet Sorgen

16.04.2013
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Von Brigitte M. Gensthaler, München / Die Apothekenzahl in Bayern ist weiterhin rückläufig. Darauf haben Hans-Peter Hubmann, Erster Vorsitzender des Bayerischen Apothekerverbands (BAV), und BAV-Geschäftsführer Stefan Weber bei einer Pressekonferenz in München hingewiesen. Im März 2013 gab es 3332 Apotheken im Freistaat, Ende 2010 waren es noch 100 mehr gewesen. Zwar nimmt der Anteil der Filialen stetig zu, doch auch dieser Trend ist rückläufig.

 

»Die Gesamtentwicklung sehen wir mit Sorge«, sagte Hubmann. In Großstädten gebe es zwar keinen Apothekenmangel, doch in ländlichen Regionen könne es in wenigen Jahren Engpässe geben. Gerade für ältere und weniger mobile Menschen sei die Versorgung durch Arzt und Apotheke in ihrer Nähe wichtig. Als einen Schwerpunkt der Arbeit des BAV bezeichnete Hubmann die Nachwuchsförderung. Für junge Kollegen müsse es Anreize geben, sich auf dem Land niederzulassen.

 

Rohgewinn sinkt

 

Insgesamt geben die Wirtschaftszahlen Anlass zur Sorge. Zwar stiegen Packungszahlen und Umsätze 2012, doch »die Apotheke profitiert nicht davon«, sagte Hubmann. Der Rohgewinn im rezeptpflichtigen Bereich und das Betriebsergebnis der typischen Apotheke vor Steuern gingen zurück. »Das Unternehmerrisiko des Apothekenleiters wird nicht gewürdigt.« Die neue Notdienstpauschale helfe vor allem Landapotheken. »Wenn alles gut läuft, wird das Gesetz ab Juli gelten, sodass die Pauschale für das dritte und vierte Quartal ausbezahlt wird«, sagte Hubmann

 

Weber wies auf die bayerischen Apotheken als Arbeitgeber hin. Hier arbeiten derzeit etwa 24 000 Menschen, darunter mehr als 8000 Apotheker, fast 9400 PTA und rund 5600 PKA. Eine Apotheke versorgt im Schnitt 3800 Menschen, bundesweit sind es 3920, EU-weit 3220 Patienten. /

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