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Gute Leistung braucht faire Vergütung

12.04.2017
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Apotheken erbringen immer mehr Leistungen. Bei der entsprechenden Anpassung der Vergütung besteht aber nach wie vor Verbesserungsbedarf, so Fritz Becker (Foto), Vorsitzender des Deutschen Apothekerverbands (DAV), beim PZ-Management-Kongress in Palma de Mallorca. Es bedürfe daher dringend einer adäquaten Änderung der Rechenmethodik seitens des Bundeswirtschaftsministeriums und einer Dynamisierung der Vergütung.

 

Abgesehen von der Arzneimittelversorgung übernähmen Apotheken auch für die Gesetzliche Krankenversicherung zunehmend mehr Aufgaben, etwa das Einziehen und Übermitteln der Rezeptzuzahlungen sowie das Hersteller­abschlagsinkasso, unterstrich Becker. Während die Einnahmen und Ausgaben der GKV stark angestiegen sind, bleibt der Anteil der Apothekervergütung daran niedrig. Ihr Anteil hat sich sogar von 2,8 Prozent im Jahr 2005 auf 2,3 Prozent im Jahr 2015 verringert.

»Wir leisten viel, aber momentan ist die Honorierung nur in Teilen fair«, so der DAV-Vorsitzende. Demnach friert die aktuelle Vergütungsmethodik das Einkommen der Apotheker auf einem fixen Niveau ein. Die Arzneimittelpreisverordnung (AmPreisV) sei für die Apotheker das wirtschaftliche Fundament. Erstmals hatte es 2013 nach neun Jahren eine Anpassung der Apotheken­vergütung gegeben, indem der Fest­zuschlag auf verschreibungspflichtige Arzneimittel auf 8,35 Euro angehoben wurde.

 

Hinsichtlich einer besseren Rechenmethodik habe sich aber nichts getan und auch die von den Apothekern geforderte Dynamisierung von Vergütungen stünden nach wie vor aus. Hier sieht Becker dringenden Handlungs­bedarf. Er fordert, das Fixum regelmäßig mindestens im Zweijahres-Rhythmus zu überprüfen. Den dazugehörigen § 78 gelte es deshalb, von der aktuellen Kann- in eine Muss-Regelung umzuwandeln.

 

Aktuell läuft zur AmPreisV ein Forschungsprojekt des Bundeswirtschaftsministeriums, das Datengrundlagen liefern sowie Aufschluss über eine entsprechende Systematik und Methodik und eine mögliche Anpassungsregel geben soll. Regel­mäßig anpassen will Becker auch die Rezeptur- und BtM-Vergütung, die nun mit dem Arzneimittel-Versorgungsstärkungsgesetz endlich erhöht wird.

 

Grundsätzlich fordert Becker für die Apotheken die Schaffung einer langfristigen Entwicklungsperspektive. Künftig sollen auch Dienstleistungen, etwa Diabetikerberatung, Raucherentwöhnung und Impfpasscheck, vergütet werden. In diesem Zusammenhang forderte Becker dringend die Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für entsprechende Verträge mit den Kassen.

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