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Peeling für den Gebärmutterhals

13.04.2016
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Ein Peeling als neue Therapie gegen die Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs, die durch eine Infektion mit dem humanen Papillomavirus entstanden sind, haben Forscher des Comprehensive Cancer Center (CCC) der Medizinischen Universität Wien und des AKH Wien entwickelt.

 

Die Methode stellt die Gruppe um Stephanie Geisler im Fachjournal »Obstetrics & Gynecology« vor (DOI: 10.1097/AOG.0000000000001244). Zum Einsatz kommt hierbei 85-prozentige Trichloressigsäure.

Trichloressigsäure wird schon seit Längerem für medizinische und kosmetische Schälkuren wie eine Art Peeling angewendet. Zur Entfernung der Krebsvorstufen wird sie auf die betroffenen Areale am Gebärmutterhals aufgetupft, die in der Folge verschorfen. Die Nebenwirkungen der Methode bestehen im Wesentlichen aus geringen Schmerzen im Zuge des Eingriffs und einem Ausfluss, der rund zwei Wochen dauert und von der Schleimhaut herrührt, die nach der Behandlung abgestoßen wird. In einer Studie konnte durch eine einmalige Anwendung bei 82 Prozent der Patientinnen eine komplette Remission erzielt werden. Den Wissenschaftlern zufolge bietet die neue Methode somit eine einfach anzuwendende und kostengünstige Alternative zur bisherigen Standardtherapie.

 

Die klassische Therapie der schwerwiegenden Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs besteht aus einem operativen Eingriff, der sogenannten Konisation. Dabei wird ein Gewebekegel (Konus) aus dem äußeren Muttermund operativ entfernt, wodurch sich Form und Weite des Gebärmutterhalses verändern. Als Folge steigt das Risiko für eine Frühgeburt bei späterer Schwangerschaft deutlich an. Mit der Peeling-Methode stehe »eine echte Alternative zur Therapie dieser Erkrankung zur Verfügung, die auch für ärmere Länder sehr interessant ist«, heißt es in einer Pressemitteilung der Universität. /

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