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Jahrbuch Sucht

Unterschätzte Droge Alkohol

09.04.2013
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Von Annette Mende, Berlin / Alkohol und Nicotin sind die Suchtmittel, die in Deutschland mit Abstand am meisten Kosten verursachen und Menschenleben fordern. Das geht aus dem »Jahrbuch Sucht 2013« hervor, das die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) vergangene Woche in Berlin vorgestellt hat.

 

»Im Jahr 2011 starben etwa 74 000 Menschen an den Folgen des Alkoholkonsums und etwa 100 000 an Folgeerkrankungen des Rauchens«, sagte die stellvertretende DHS-Geschäfts­führerin Gabriele Bartsch. Den volkswirtschaftlichen Schaden aufgrund von Alkohol bezifferte sie auf 27,2 Milliarden Euro jährlich; die durch Tabak verursachten Folgekosten betrügen 20 Milliarden Euro pro Jahr.

 

Beim Rauchen gebe es aber erfreulicherweise besonders unter Jugendlichen einen rückläufigen Trend, der vor allem auf die strengeren Gesetze zum Nichtraucherschutz und die gesellschaft­liche Ächtung des Rauchens zurückzuführen sei. Dagegen hätte der Pro-Kopf-Verbrauch von Alkohol 2011 unverändert bei 9,6 Litern reinem Alkohol jährlich gelegen. »Die wenigsten wissen, dass man auch alkohol­bedingt erkranken kann, ohne abhängig zu sein«, sagte Bartsch. Schon Alkoholmengen, die meistens als gering angesehen würden, könnten bei regelmäßigem Konsum die Organe schädigen, das Krebsrisiko erhöhen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen.

 

Die Gefahren des Alkohols werden laut DHS unterschätzt, weil die Droge sozial akzeptiert und legal ist. Zudem ist die Herstellung alkoholischer Getränke in Deutschland ein wichtiger Wirtschaftszweig. Um den Alkoholkonsum in Deutschland zu reduzieren, plädiert die DHS dafür, die Steuern anzuheben, den Verkauf von Alkohol zeitlich zu begrenzen, Promille­kontrollen im Straßenverkehr auszuweiten und die Alkohol-Werbung zu regulieren. /

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