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Übergreifende Forschung

11.04.2006  16:52 Uhr

Übergreifende Forschung

von Patrick Hollstein, Berlin

 

Die Kritik an hohen Arzneiausgaben hält an. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) fordert deshalb ein Runden Tisch zur Versorgungsforschung.

 

Anders als bisher sollen Arzneimittel in interdisziplinärer Zusammenarbeit künftig nach ihrem Gesamtnutzen für Patienten und Volkswirtschaft bewertet werden. »Erst wenn wir anfangen, unser Gesundheitssystem als einen einheitlichen produktiven Wirtschaftsfaktor zu begreifen, sind wir auf dem Weg zu einer effizienten, qualitativ hochwertigen und zukunftssicheren Versorgung«, begründete der BPI-Vorsitzende Dr. Bernd Wegener die Forderung seines Verbandes. Bei der Nutzenbewertung von Arzneimitteln dürften künftig nicht mehr nur die kurzfristigen Ausgaben gesehen werden. Vielmehr müssten volkswirtschaftliche Überlegungen eine größere Rolle spielen. Nicht Sparen am, sondern Sparen mit dem Arzneimittel müsse das Gebot der Stunde sein. Weitere Kostendämpfungsgesetze und eine Verschleppung des Problems zu Lasten der Patienten werde die Gesellschaft nicht mehr akzeptieren, so Wegener mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen zur Reform.

 

Der BPI will bei der Stärkung der Versorgungsforschung eine Vorreiterrolle übernehmen. Laut Wegener organisiert und finanziert der Verband bereits erste Gespräche zwischen Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen. Die Werkzeuge um Gesundheitsdienstleistungen in volkswirtschaftlichen Kategorien zu bewerten, seien längst vorhanden, sagt Wegener; beispielsweise lasse sich der Effekt von Prävention anhand von Arbeitsausfallstatistiken messen. Allerdings müssten sich auch Arbeitgeberverbände, Gesundheitsministerium und Krankenkassen an entsprechenden Forschungsprojekten beteiligen.

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