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03.04.2018  16:17 Uhr

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Mehr Zuzahlungen durch neue Festbeträge

 

PZ / Ab 1. April müssen viele gesetzlich Versicherte mit höheren Zuzahlungen zu Rx- Arzneimitteln rechnen. Für einige bislang zuzahlungsfreie Medikamente können 5 bis 10 Euro pro Packung fällig werden, teilte der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit. Das Geld wird von den Apotheken an die Kassen weitergereicht. Grund ist das Absenken von Erstattungshöchstbeträgen für 18 Festbetragsgruppen durch den GKV-Spitzenverband. Die Kassen versprechen sich dadurch Einsparungen in Höhe von 105 Millionen Euro pro Jahr. Senken die pharmazeutischen Hersteller ihre Preise nicht parallel ab, kann plötzlich eine Zuzahlungspflicht für die Patienten entstehen. Nach Berechnungen des DAV nehmen Zuzahlungen bereits seit Jahren zu: von rund 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf über 2,1 Milliarden Euro im Jahr 2017. Zu den betroffenen Arzneimitteln zählen vor allem Betäubungsmittel mit den Wirkstoffen Fentanyl, Morphin und Oxycodon. Zum April wird erstmals auch für Infliximab ein Festbetrag festgelegt.

 

Sucht: Antidepressiva und Opioide im Fokus

 

PZ / Am Suchtverhalten der Deutschen hat sich in den vergangenen Jahren kaum etwas verändert. Das legt das »Jahrbuch Sucht 2018« nahe, das die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen veröffentlicht hat. Ganz vorne mit dabei sind Stoffe, die täglich über den HV-Tisch gehen: So gelten immer noch 1,2 bis 1,5 Millionen Deutsche als abhängig von Tranquilizern und Schlafmitteln, vor allem ältere Menschen und Frauen. Weitere 400 000 Menschen sind abhängig von anderen Arzneistoffen. Der Autor des entsprechenden Kapitels, der Apotheker und Versorgungsforscher Professor Gerd Glaeske von der Uni Bremen, hinterfragt auch die Verordnungszahlen von Antidepressiva. Sie sind in den vergangenen zehn Jahren um 40 Prozent gestiegen, bei den selektiven Serotonin-Rezeptor-Inhibitoren (SSRI) sogar um 80 Prozent. Gerade beim Absetzen von SSRI seien Entzugserscheinungen ähnlich wie bei Benzodiazepinen möglich, warnt er. Problematisch sei zudem »die massenhafte Verordnung von Neuroleptika in Alten- und Pflegeheimen«. Der Professor warnt auch vor einem leichtfertigen Umgang mit Opioiden. Letztere sollten vor allem bei tumorbedingten Schmerzen eingesetzt werden und nicht bei Rückenschmerzen.

 

Krankenhäuser sind unterfinanziert

 

PZ / Der Investitionsbedarf für Krankenhäuser liegt bundesweit bei 6 Milliarden Euro, wenn der derzeitige Bestand erhalten werden soll. Das teilten der GKV-Spitzenverband, der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) mit. Gerade einmal die Hälfte werde derzeit von den Bundesländern gedeckt. Die Zahlen gehen aus dem Katalog von Inves­titionsbewertungsrelationen für das Jahr 2018 hervor, auf den sich GKV, PKV und DKG geeinigt haben. Mit diesem Katalog ist es möglich, die Investitionsmittel den Kliniken leistungsbezogen zuzuordnen. /

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