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Zwei neue Wirkstoffe punkten beim IQWiG

02.04.2014
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Von Ulrike Abel-Wanek / Die Autorin Christine Schön produziert Radiosendungen auf CD für Menschen mit Demenz und ihre ­Angehörigen. Die PZ sprach mit ihr über die Chancen, miteinander in Kontakt zu bleiben, wenn Kommunikation durch kognitive ­Einschränkungen schwieriger wird.

Von Annette Mende / Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat die frühe Nutzenbewertung von Trastuzumab Emtansin (Kadcyla ®) und Radium-223-dichlorid (Xofigo®) abgeschlossen.

 

Die Hersteller Roche und Bayer können sich freuen, denn beiden Wirkstoffen attestierte das IQWiG einen Zusatznutzen gegenüber den zweckmäßigen Vergleichstherapien. Für Xofigo, das zur Behandlung von Männern mit fortgeschrittenem Prostatakrebs zugelassen ist, fand das IQWiG gegenüber best supportive care abhängig vom Alter des Patienten und von der Begleittherapie Hinweise auf einen erheblichen oder einen geringen Zusatznutzen. Gegenüber Docetaxel-Therapie mit dem vorrangigen Ziel Lebensverlängerung sei jedoch ein Zusatznutzen nicht belegt, da keine verwertbaren Daten vorgelegt wurden, so das IQWiG.

 

Das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat Trastuzumab Emtansin dient zur Behandlung von Patientinnen mit inoperablem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem, HER2-positivem Brustkrebs. Der Gemeinsame Bundesausschuss hatte je nach Stadium und Vorbehandlung vier verschiedene Vergleichstherapien festgelegt. Nur in einer Subpopulation, nämlich Patientinnen mit metastasiertem, HER2-positivem Brustkrebs und nach Vorbehandlung mit Anthracyclinen, Taxanen und Trastuzumab, erkannte das IQWiG die eingereichten Daten an. Hier fand das Institut einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen. / 

Schön: Vor zehn Jahren bemerkte ich Veränderungen in der eigenen Familie bei einem Angehörigen, die mich sehr verwunderten. Dieser konnte zum Beispiel keine Überweisungen mehr ausfüllen und wirkte bei allem, was er tat, schnell überfordert. Als er nach einer Operation im Krankenhaus davon sprach, dass ihn prominente Persönlichkeiten wie der Bundespräsident besucht hätten, merkte ich, dass etwas nicht stimmte. Ich habe dann die typischen »Anfängerfehler« gemacht. Zum Beispiel gefragt, was es zum Mittagessen gab, oder ob er sich an gemeinsame Urlaube erinnere – alles, um ihn in die Realität zurückzuziehen. Was jedoch sinnlos war. Wir waren beide in unseren Welten gefangen und wussten nicht weiter. Das gab den Ausschlag, mich mit dem Thema »kognitive Einschränkungen« näher zu beschäftigen.

 

PZ: Bei Menschen mit Demenz verändern sich nach und nach Sprachverständnis und Mitteilungsfähigkeit. Sogenannte normale Unterhaltungen sind nicht mehr möglich. Was kann man tun, damit der Kontakt zwischen Kranken und Gesunden nicht abreißt?

 

Schön: Tatsächlich bringt es nichts, einen Menschen mit Demenz darauf hinzuweisen, dass er eine Frage vor fünf Minuten schon einmal gestellt hat. Das löst eher Konflikte und Aggressionen aus. Man muss auch verstehen lernen, dass bei dieser Erkrankung Vergangenheit und Gegenwart durcheinandergeraten. Da wird man im Alter von vielleicht 80 Jahren wieder zum 15-jährigen Libero der früheren Fußballmannschaft. Vernünftiges Zureden und Argumente holen einen hier nicht heraus. Wenn in der Umgebung eines Menschen mit Demenz ständig von Dingen die Rede ist, die er nicht versteht, reagiert er mit Recht verstört, ärgerlich und zieht sich zurück. Bei Demenz funktioniert Kommunikation nicht mehr über kognitive Reize, sondern über emotionale.

 

PZ: Auf diese emotionalen Impulse setzen Sie bei Ihrer Audio-CD. Wie funktioniert »Hörzeit?

 

Schön: Als Rundfunk-Autorin und Radio-Frau mit Leib und Seele kam mir die Idee, eine Radio-Sendung im Stil der 1950er-Jahre auf CD zu produzieren. Das Radio war lange Zeit das Hauptmedium der heute älteren Menschen. Mein Vater erzählte zum Beispiel immer davon, wie er und seine Freunde früher begeistert Sportübertragungen vor dem Lautsprecher hörten.

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