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Apothekerverband verklagt GEK

30.03.2006
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Versandhandel

Apothekerverband verklagt GEK

von Patrick Hollstein, Berlin und Daniel Rücker, Eschborn

 

Seit Jahren werben Krankenkassen bei ihren Mitgliedern für Internet-Apotheken. Besonders aktiv ist dabei die Gmünder Ersatzkasse (GEK). Dem Landesapothekerverband (LAV) Baden-Württemberg ist jetzt der Kragen geplatzt.

 

Mit missionarischem Eifer nutzt GEK-Chef Hebel jede Gelegenheit, in den öffentlichen Medien, in der eigenen Mitgliederzeitschrift und auf Pressekonferenzen, den vermeintlichen Nutzen von Versandapotheken zu lobpreisen. Ob dies den angeschlagenen Kassen nutzt, ist genauso wenig geklärt wie die Rechtmäßigkeit seiner Kundenakquise für ausländische Versender. Der LAV Baden-Württemberg lässt nun zumindest die Legitimität prüfen. Der Verband wirft der GEK vor, Versicherte intensiv pro Versand-Apotheken beeinflusst zu haben. Damit werde rechtswidrig in den freien Wettbewerb aller Apotheken eingegriffen, sagte die Rechtsabteilung des Verbandes. Wann die Klage behandelt wird, steht noch nicht fest.

 

GEK-Chef Hebel hat die Vertragsstrategie seiner Kasse mit vier Versandapotheken verteidigt. Seiner Meinung nach zielt die Klage des Apothekerverbandes Baden-Württemberg darauf ab, die Kassen bei der Aufklärung der Versicherten mundtot zu machen.

 

Mittlerweile kooperiert die Kasse mit vier Versandapotheken. Die Vereinbarungen werden offensiv beworben: Ob Anschreibeaktion, Telefonakquise oder Anzeigenkampagne in der hauseigenen Mitgliederzeitschrift - die GEK lässt keine Möglichkeit ungenutzt, um vor allem ihre chronisch kranken Versicherten von den Vorteilen des Arzneimittelbezugs via Versandhandel zu überzeugen. Den Patienten winken Zuzahlungsnachlässe oder Einkaufsgutscheine.

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