Pharmazeutische Zeitung online

Abschied

29.03.2010  16:29 Uhr

Diese Ausgabe der Pharmazeutischen Zeitung ist die letzte, die unter meiner Verantwortung erscheint. Nach 22 Jahren Chefredakteur verabschiede ich mich von Ihnen, meinen Lesern, die mich in den 22 Jahren durch positive, aber auch kritische Kommentare begleitet und motiviert haben, die PZ weiter zu entwickeln und zu optimieren. Herzlichen Dank für Ihre Treue.

 

In den 22 Jahren sind unter meiner Leitung 1113 Ausgaben erschienen, das entspricht in etwa einem Umfang von 100 000 Seiten, von denen ich rund 5000 selbst geschrieben habe, darunter 250 Editorials. Damit wird klar, dass hinter der Zeitung nicht nur mein Name stand, sondern ein Team, das sehr engagiert Woche für Woche die PZ erarbeitet hat. In den 22 Jahren ist jede Ausgabe der PZ erschienen, trotz eines Druckerstreiks und mehrerer Systemausfälle. Nur einmal mussten wir aufgrund einer einstweiligen Verfügung einen Beitrag vor der Auslieferung noch unlesbar machen, damit die PZ erscheinen konnte. Für die geleistete Arbeit bedanke ich mich bei der gesamten Redaktion, inklusive den drei Außenstellen in Berlin, Hamburg und München, der Druckerei und allen anderen, die an der Entstehung der PZ beteiligt waren und sind. Es hat mir aufgrund der guten kollegialen Zu­sam­men­arbeit immer sehr viel Spaß gemacht, es ist nie langweilig geworden oder in Routine erstickt.

 

Rückblickend waren die 22 Jahre eine sehr bewegte Zeit. Viele Reformgesetze mussten kommentiert werden. Systemverändernde Aktivitäten, die das deutsche Apothekenwesen infrage stellten, haben über Jahre die Schlagzeilen auch der PZ bestimmt. Ich erinnere an den Kampf, das Fremd- und Mehrbesitzverbot in Deutschland zu verteidigen, was letztendlich durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes im Mai letzten Jahres erreicht werden konnte.

 

Die spannendste Zeit war aber die Wiedervereinigung Deutschlands und die damit verbundene Herausforderung, ein einheitliches deutsches Apothekensystem zu schaffen. In den Jahren um 1990 hatte ich durch die publizistische Begleitung dieses Prozesses das Gefühl, ein Stück Geschichte mitschreiben zu dürfen. Zwanzig Jahre nach der Wende kann heute festgestellt werden: Was das Apothekenwesen angeht, ist die Wiedervereinigung gelungen.

 

Mit dem Erreichen des 65. Lebensjahres war es für mich Zeit, die Führung der PZ in jüngere Hände zu legen. Ich wünsche der neuen Chefredaktion viel Erfolg und neue Ideen, die PZ, die 22 Jahre ein Teil meines Lebens war, weiter zu entwickeln.

 

Zur Ruhe setzen werde ich mich allerdings nicht. Das hat auch keiner von mir erwartet. Ich bleibe dem Apotheken- und Gesundheitswesen erhalten und werde weiter Arzneimittel bewerten und an der Hochschule und in weiteren Funktionen andere an meinem Wissen teilhaben lassen.

 

Professor Dr. Hartmut Morck

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