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Tuberkulose

Zahl der Erkrankungen ­erneut gestiegen

22.03.2017
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PZ/dpa / Bei der Zahl der Tuberkulosefälle in Deutschland geht der Trend leicht nach oben. Im Jahr 2016 registrierte das Robert-Koch-Institut (RKI) 5915 Erkrankungen. 2015 waren es 5852, teilt das Institut zum Welttuberkulosetag am 24. März mit. Damit sind die Zahlen nach einem Tiefststand im Jahr 2012 (4112 Fälle) deutlich angestiegen.

 

»Es gibt einen Zusammenhang mit der aktuellen Zuwanderung«, so RKI-Infektionsforscherin Dr. Lena Fiebig. »Migration ist aber nicht die Ursache von Tuberkulose, das Bakterium ist es«, ergänzte sie. »Es ist sehr ungleich in der Welt verteilt, aber es kommt auch in Deutschland vor.«

Bei Tuberkulosefällen werde der Anlass der Diagnose erfasst, so Fiebig. »Daher wissen wir, dass ein großer Teil der höheren Fallzahlen Tuberkulosen entspricht, die bei gesetzlich vorgeschrieben Untersuchungen vor Aufnahme in eine Gemeinschaftsunterkunft diagnostiziert wurden.« Dazu zählten nicht nur Quartiere für Flüchtlinge. Die Auflagen gelten zum Beispiel auch für den Haftantritt in Gefängnissen. Zu Risikogruppen für Tuberkulose zählen neben Menschen aus Regionen mit hoher Tuberkuloserate zum Beispiel auch Obdachlose und Drogenabhängige.

 

»Für die kontinuierliche Überwachung von Infektionskrankheiten sind neue Ansätze wie eine systematische molekulare Untersuchung des Erbguts der Erreger zukünftig unverzichtbar«, betont RKI-Präsident Professor Dr. Lothar H. Wieler in einer Pressemeldung des Institus. Auch bei Tuberkulose liefern Erregergenom-Daten wichtige Informationen zur epidemiologischen Aufklärung des Übertragungsgeschehens und können damit zur Unterbrechung des Transmissionsgeschehens beitragen. /

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