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Gesundheitsberufe

Pharmaziestudenten fordern Vernetzung

22.03.2016
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Von Christina Müller / Der Bundesverband der Pharmazie­studierenden in Deutschland (BPhD) will die Kooperation von Ärzten, Apothekern und anderen Gesundheitsberufen verbessern. Dazu sollten Mediziner und Pharmazeuten schon im Studium enger zusammenrücken, findet der Verband.

Die berufspolitischen Entwicklungen der letzten Jahre stoßen die Tür weit auf für eine intensivere Zusammenarbeit der einzelnen Gesundheitsdisziplinen: Die Leitbilddiskussion, das Perspektivpapier der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände sowie das E-Health-Gesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) böten diesbezüglich viel Potenzial, das jedoch bislang nicht genutzt werde. Das schreibt der BPhD in einem kürzlich von den Mitgliedfachschaften verabschiedeten Meinungspapier. Aus seiner Sicht müssten das gegenseitige Verständnis und die Anerkennung für die Leistungen des jeweils anderen Berufsstands bereits während des Studiums gefördert werden.

Um Ärzte und Apotheker einander näherzubringen, sei es nötig, den Kontakt so früh wie möglich herzustellen. »Da Studierende den Diskrepanzen des Berufsalltags meist noch unvoreingenommen gegenüberstehen, werden so Vorurteile ab- und gegenseitiges Vertrauen aufgebaut.« Der Verband schlägt vor, Vorlesungen zur Pharmakologie, Mikrobiologie, Biochemie und Hygiene gemeinsam zu besuchen. In interdisziplinären Tutorien zur Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie sowie zu Arzneimittelentwicklung und –interaktionen erhielten die Studierenden Gelegenheit, ihre Fachkenntnisse auszutauschen und sich gegenseitig zu unterstützen, so die Idee des BPhD.

 

Mit der Bundesvertretung der Medizinstudierenden wünscht sich der Verband künftig eine besonders intensive Zusammenarbeit - sowohl auf bundesweiter, als auch auf lokaler Ebene. Dazu könnten die angehenden Ärzte und Apotheker beispielsweise den Welt-Aids-Tag, das Teddybären-Krankenhaus sowie den Vampire-Cup gemeinsam organisieren.

 

Neben den Humanmedizinern möchte der Verband auch die Zahn- und Tiermediziner, Psychologen, Ernährungsberater, Pflegeberufe sowie die pharmazeutisch- und medizinisch-technischen Assistenten mit ins Boot holen. Mit Blick auf die Sicherheit und die Genesung der Patienten werde es immer wichtiger, dass sich die Kompetenzen der Akteure im Gesundheits­wesen gegenseitig ergänzen. Letztlich erhoffen sich die Pharmaziestudierenden davon auch eine Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit.

 

Die im Juli 2015 geschaffene Arbeitsgruppe für Interprofessionalität erhält die Aufgabe, künftig für den Austausch mit anderen Studierendenverbänden gesundheitlich-medizinischer Studiengänge zu sorgen. »Dazu zählen vor allem der Aufbau einer gut funktionierenden Vernetzung der Vereins­vorstände, der Lokalvertretungen und Fachschaften vor Ort, sowie allen Studierenden der jeweiligen Profession.«

 

Gemeinsame Projekte

 

Darüber hinaus hofft der Verband auf regelmäßige Versammlungen, bei denen er etwa Projekte zu gesundheitsrelevanten Themen wie Drogen- und Arzneimittelmissbrauch, Impfen, sexuell übertragbare Krankheiten oder Umgang mit Antibiotika-Resistenzen erarbeiten möchte. Der Austausch mit anderen Disziplinen »sollte ein übergeordnetes Ziel der Pharmazeuten sein«, schreibt der BPhD. »Spätestens auf politischer Ebene ist eine umfassende Zusammenarbeit ausnahmslos aller Gesundheitsberufe notwendig, um geeignete gesetzliche Grundlagen unseres Gesundheitssystems zu schaffen.«

 

Die Studierenden fordern daher die Standesvertretungen aller gesundheitsbezogenen Berufe auf, die interdisziplinäre Arbeit und Ausbildung zu stärken und zu fördern. Daran sollen sich nach dem Willen des BPhD auch die ABDA, die Bundesapothekerkammer sowie die Apothekerkammern der Länder beteiligen. /

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