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Immer weniger junge Hausärzte

19.03.2013
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PZ/dpa / Immer weniger junge Mediziner entscheiden sich für eine Laufbahn als Hausarzt. Trotz des zunehmen­den Mangels an Hausärzten in Deutschland waren 2012 von 10 127 Ärzten, die nach dem Studium ihre Weiterbildung abschlossen, nur 949 hausärztlich tätig.

Laut der Kassenärzt­lichen Bundesvereinigung (KBV) sind das so wenige, wie seit Jahren nicht. Im Jahr zuvor waren es noch 1298, davor 1085 und 1168 gewesen. KBV-Vorstand Regina Feldmann, selbst Hausärztin, sagte der Nachrichtenagentur dpa: »Wenn wir jetzt nicht handeln, werden wir in zehn Jahren vor einem Desaster stehen.«

 

Auch sonst gehe die Zahl der Ärzte, die zur Grundversorgung zählen, teils nach unten. So zum Beispiel bei Chirurgen oder Orthopäden. »Aber auch bei Hausärzten, Augen-, Haut- und Hals-Nasen-Ohrenärzten geht zunehmend der Nachwuchs aus und die Weiterbildungsabschlüsse sinken«, sagte Feldmann. Die ärztliche Ausbildung an den Universitäten sei nicht am medizinischen Versorgungsbedarf ausgerichtet. In den kommenden Monaten will die KBV besonders auf Reformen bei der Aus- und Weiterbildung drängen, heißt es bei der Nachrichtenagentur weiter.

 

An anderer Stelle greift seit Anfang des Jahres bereits die Richtline des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA) zur Ärzteplanung. Mit dieser sollen laut GBA-Vorsitzendem Josef Hecken die Zulassungsmöglichkeiten von Ärzten in ländlichen Regionen verbessert und die Verteilungsprobleme in der ärztlichen Versorgung zielgerichtet angegangen werden können. /

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