Pharmazeutische Zeitung online
SEP

Internationales Flair in der Apotheke

21.03.2011
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Von Melanie Föll / Sie leiten eine Apotheke und bilden gerne junge Menschen aus? Sie hatten bis jetzt nur Famulanten aus Deutschland? Sie möchten jungen engagierten Menschen aus der ganzen Welt den Wunsch erfüllen, die Arbeit in einer deutschen Apotheke kennenzulernen? Dann ist das Student Exchange Programme (SEP) von IPSF genau das richtige für Sie!

Das Austauschprogramm wurde 1953 von IPSF (International Pharmaceutical Students’ Federation) ins Leben gerufen. Es bietet Pharmaziestudierenden weltweit die Möglichkeit, bei einem ein- bis dreimonatigen Praktikum sowohl die Pharmazie, als auch die Kultur des Austauschlandes kennenzulernen. Auf interessierte Studierende wartet ein breites Angebot: In den etwa 50 teilnehmenden Ländern kann man in öffentlichen Apotheken, Krankenhausapotheken, der Industrie und Universitäten Einblicke in den pharmazeutischen Alltag gewinnen. Zeit für diese außeruniversitäre Tätigkeit haben Pharmaziestudierende meist nur während der Semesterferien. Aus diesem Grund finden die Praktika vor allem zwischen Juli und September statt.

Die Organisation des SEP übernehmen engagierte Pharmaziestudierende in ihrer Freizeit. Jedes teilnehmende Land hat einen Student Exchange Officer (SEO), der das SEP landesweit koordiniert. In einigen Ländern wird er auf lokaler Ebene durch den Local Exchange Officer (LEO) unterstützt.

 

LEO und SEO haben die Aufgabe, Praktikumsplätze für ausländische Studierende im eigenen Land zu finden, das Freizeitprogramm für diese zu gestalten und als Ansprechpartner für Studierende und die gastgebenden Apotheker zu fungieren. Zusätzlich kümmert sich der SEO auch um die Vermittlung der deutschen Studierenden ins Ausland.

 

Um den kulturellen Austausch sowohl für die Studierenden als auch für die Apotheker zu fördern, wohnen die Studierenden, die nach Deutschland kommen (soweit es möglich ist) während des Praktikums in den Familien der Apotheker. Am Wochenende organisieren diese oft ein Freizeitprogramm für ihre Praktikanten.

 

Kann der Apotheker keine Unterkunft stellen, kümmern sich LEO oder SEO um eine geeignete Unterkunft. In Universitätsstädten ergibt sich zusätzlich die Möglichkeit, Kontakt zu den ortsansässigen Studierenden aufzunehmen. Dadurch hat man immer einen studentischen Ansprechpartner vor Ort, und es ist möglich, Eindrücke zu gewinnen, die ein normaler Tourist nicht erhält.

 

Oft befinden sich viele SEP-Teilnehmer in der gleichen Stadt, wo sie sich durch das gemeinsame Freizeitprogramm kennenlernen und dadurch neue internationale Freundschaften knüpfen können.

Viele Rahmenbedingungen des Austausches sind abhängig vom Austauschland. Die Beherrschung der Landessprache wird oft nicht vorausgesetzt, gute Englischkenntnisse reichen meist. Die Studierenden, die sich für Deutschland bewerben, bringen oft wenigstens gewisse Grundkenntnisse der deutschen Sprache mit. Die Apotheker können auch weitere Sprachen, in denen die Verständigung erfolgen kann, angeben.

 

Ebenso sind die Kosten von Land zu Land unterschiedlich. Während die Anreise stets selbst zu bezahlen ist, bekommen die Praktikanten manchmal kostenlose oder bezuschusste Unterkünfte, ein kostenloses Ticket für öffentliche Verkehrsmittel oder die Bezahlung eines Praktikantengehalts.

 

Das SEP ist bei den deutschen Studierenden sehr beliebt, denn es erspart die mühsame Suche nach einem Praktikumsplatz samt Unterkunft in einem fremden Land und ermöglicht so das Sammeln internationaler Erfahrungen ohne großen Organisationsaufwand. Die einheimischen Ansprechpartner und die anderen internationalen SEP-Teilnehmer vor Ort sowie das angebotene Freizeitprogramm machen das SEP weitaus interessanter als ein selbst organisiertes Praktikum.

 

Die Plätze für deutsche Studierende sind jedoch an die Zahl der angebotenen Praktikumsplätze in Deutschland gekoppelt. Im Moment dürfen jährlich ungefähr 30 Studierende aus Deutschland am SEP teilnehmen, da circa 20 Praktikaplätze im Jahr in Deutschland vermittelt werden können.

 

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit nur im Mittelfeld und hätte somit noch Verbesserungsbedarf. Diese Tatsache ist sehr bedauerlich, da die Betreuung eines internationalen Praktikanten eine Bereicherung für das ganze Apothekenteam darstellt und der Organisationsaufwand verhältnismäßig gering ist. Der BPhD würde sich sehr freuen, auch Sie im nächsten Jahr zu unseren Gastgebern zählen zu können.

 

Weiterführende Informationen für Studierende und Apotheker, die internationale Luft schnuppern wollen, finden diese im Internet unter www.bphd.de in der Rubrik Ausland. Bei Interesse schreiben Sie einfach eine Nachricht an seo(at)bphd.de / 

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