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Glucosamin bei Hüftarthrose?

08.04.2008  17:36 Uhr

Glucosamin bei Hüftarthrose?

Von Wolfgang Kämmerer

 

Natürlich im Körper vorkommendes D-Glucosamin ist Bestandteil des Knorpels und der Synovialflüssigkeit. D-Glucosamin wird als Mittel gegen Kniegelenksarthrose oral unter der Annahme eingenommen, dass extern zugeführtes Glucosamin ebenso als Baustein des Gelenks fungieren könnte.

 

Ob der Wirksamkeit liegen jedoch bislang widersprüchliche Daten vor. In einer aktuellen randomisierten Studie wurde erneut die Wirksamkeit gegenüber Placebo getestet. Hierzu erhielten in niederländischen Praxen insgesamt 222 Patienten mit einer Hüftarthrose (definiert nach den klinischen Kriterien des American College of Rheumatology) über den Zeitraum von zwei Jahren täglich entweder 1500 mg Glucosaminsulfat oder Placebo. Primäre Endpunkte der kontrollierten Studie waren Schmerz und Funktion, die nach dem sogenannten WOMAC-Score bestimmt wurden, sowie die Verschmälerung des Gelenkspalts am Ende der Studienzeit.

 

Ergebnisse: Zwischen der Glucosamin- und der Placebogruppe zeigte sich nach zwei Jahren weder im Schmerzscore noch im Funktionsscore oder in der Gelenkspaltschmälerung ein signifikanter Unterschied. Fazit: Hinsichtlich der Beurteilungskriterien eines möglichen Therapieerfolgs war Glucosaminsulfat bei Hüftarthrose nicht wirksamer als Placebo.

 

 

Quelle: Rozendaal, R.M. et al. Ann Intern Med 148 (2008): 268-277.

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