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Hoch empfindlicher Proteintest

14.03.2006  13:39 Uhr

Hoch empfindlicher Proteintest

von Christina Hohmann, Eschborn

 

Wissenschaftler in den USA haben einen neuen Test entwickelt, der geringste Mengen an Protein nachweist. Die Methode, die 100.000-mal empfindlicher als das herkömmliche ELISA-Verfahren ist, könnte dafür verwendet werden, Markerproteine für Krankheiten wie Alzheimer-Demenz oder Krebs aufzuspüren.

 

Zum Nachweis von Proteinen wird bislang der so genannte ELISA-Test (enzyme-linked immunoadsorbent assay) verwendet. Dabei bindet ein spezifischer Antikörper, an den ein Enzym gekoppelt ist, an das nachzuweisende Eiweißmolekül. Das Enzym wiederum stellt einen Fluoreszenzfarbstoff her, der das Vorkommen des Proteins anzeigt.

 

Nun haben Wissenschaftler um Dr. Hongtao Zhang von der University of Pennsylvania einen neuen Test entwickelt, der auf einem ähnlichen Prinzip beruht. Bei dem als FACTT (Fluorescent Amplification Catalyzed by T7-polymerase Technique) bezeichneten Verfahren bindet ebenfalls ein spezifischer Antikörper an das nachzuweisende Protein. An den Antikörper ist aber kein Enzym, sondern ein kurzer DNA-Strang angekoppelt. Dieser wird zu RNA abgelesen, wenn das Enzym T7-Polymerase zugesetzt wird. Die so vervielfältigten RNA-Moleküle können mit einem speziellen Farbstoff nachgewiesen werden.

 

Die Amplifizierung macht den Test deutlich empfindlicher als herkömmliche Methoden, berichten die Forscher im Fachmagazin »Nature Medicine« (Doi: 10.1038/nm1378). Einzelne Moleküle in Blutproben ließen sich so nachweisen. Dies sei wichtig, um Markerproteine in frühen Stadien der Erkrankung aufspüren zu können, was bislang schwierig ist, sagte Professor Dr. Mark Green, Leiter der Studie.

 

Die Forscher testeten ihre neue Methode an dem Tumormarker Her2/neu, der in einem Drittel der Tumoren von Brust, Eierstöcken oder Bauchspeicheldrüse überexprimiert wird. Dabei konnten sie das Molekül noch in Mengen im Femtomol-Bereich (10-15 Mol) nachweisen. Somit war der Test deutlich sensitiver als das ELISA-Verfahren. Als Nächstes wollen die Forscher die FACTT-Methode so weiterentwickeln, dass sie sich zur Automatisierung und zu Sreenings in großem Umfang eignet.

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