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06.03.2018
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Genschere schneidet auch RNA

 

dpa / Das als Genschere bekannt gewordene CRISPR/Cas9-System kann nicht nur DNA, sondern auch RNA schneiden. Es könne möglicherweise genutzt werden, um beim Menschen Viren mit RNA-Erbgut zu bekämpfen, schreiben die Forscher um Cynthia Sharma vom Institut für molekulare Infektionsbiologie der Universität Würzburg im Fachjournal »Molecular Cell« (DOI: DOI: 10.1016/j.molcel.2018.01.032. Bei CRISPR/Cas handelt es sich um einen Abwehrmechanismus von Bakterien gegen fremdes Erbgut, wie es etwa bei Vireninfektionen vorliegt. Forscher haben das Abwehrsystem so angepasst, dass es als Werkzeug in der Gentechnik genutzt werden kann, um bestimmte Erbgut-Abschnitte gezielt zu verändern. Sharma und ihre Kollegen zeigten nun, dass das Cas9-Enzym des Bakteriums Campylobacter jejuni ohne weitere Modifizierungen RNA zerschneidet. »Nicht nur das: Wir konnten das Cas9-Protein so programmieren, dass es sich spezifisch gegen ausgewählte RNA-Moleküle richtet«, sagte Sharma. Das erweitere die Einsatzmöglichkeiten der Genschere. Das Cas9-Protein von Campylobacter jejuni sei zudem das bisher kürzeste Cas9-Enzym. Das könne bei bestimmten gentechnologischen Verfahren hilfreich sein.

 

Gelbfieberimpfung bei Brasilienreisen

 

PZ / Aufgrund mehrerer Todesfälle bei Touristen durch Gelbfieber rät das Centrum für Reisemedizin (CRM) Brasilienreisenden derzeit dringend zu einer Impfung gegen die Infektionskrankheit. Das gilt laut Professor Dr. Tomas Jelinek, wissenschaftlicher Leiter des CRM, insbesondere für Reisen in Gebiete, die bislang als gelbfieberfrei galten und jetzt betroffen sind. Verstorben waren zu Beginn dieses Jahres ein 20- und 35-Jähriger Chilene sowie ein 44-Jähriger Schweizer. Zu den nun betroffenen Gebieten zählen laut Pressemeldung des CRM neben dem Federal District die Bundestaaten Rio de Janeiro, São Paulo und Minas Gerais. Von Juli 2017 bis zum 16. Februar habe es damit insgesamt 464 Gelbfieberfälle, darunter 164 Todesfälle gegeben. Jelinek empfiehlt, sich spätestens zehn Tage vor der Abreise nach Brasilien impfen zu lassen. Nach zehn Tagen liege ein zuverlässiger Schutz vor – zu etwa 80 bis 100 Prozent. 30 Tage nach der Impfung sei eine Immunität von praktisch 100 Prozent gegeben. /

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