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Pharmagroßhandel

Apotheken droht Preisanstieg

07.03.2018
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Von Anna Pannen / Der Bezug von Medikamenten über den Großhandel wird für viele Apotheken teurer. In den vergangenen Tagen haben einige Apotheker bereits Post von ihrem Großhändler bekommen. Mal geht es darin um die Ankündigung von Rabattsenkungen, mal um Servicebeiträge.

In den letzten Wochen haben viele Apotheker Post von ihrem Pharmahändler bekommen. Schon länger ist bekannt, dass es der Branche nicht gut geht. Sie leidet darunter, dass immer mehr Apotheker einige Präparate direkt beim Hersteller bestellen. Auch dass zunehmend sehr teure Rx-Präparate auf den Markt kommen, macht den Händlern zu schaffen. Nicht zuletzt machen sie sich auch gegenseitig Konkurrenz.

100 Euro Kostenausgleich

 

Als Folge verschlechtern sich in diesem Jahr die Konditionen für viele Apotheker. »Ab April 2018 werden wir das derzeitige Rabattniveau reduzieren«, kündigt etwa Phoenix in einem Schreiben an seine Kunden an. Kompensiert wird aber auch über andere Wege: »Wir sehen uns leider gezwungen, Ihnen ab 1. März einen monatlichen Kostenausgleich in Höhe von 100 Euro zu berechnen«, heißt es in einem Schreiben von Noweda an einen Berliner Apotheker. »Diesen Beitrag können Sie jedoch umgehen, indem Sie zusätzlich mindestens 143 Rx-Packungen unter 12 Euro zusätzlich bestellen.« Manchen Apothekern wiederum wurde von ihrem Großhändler ein »Servicebeitrag« angekündigt, den sie künftig zu zahlen haben.

 

Ein einheitliches Bild ist kaum möglich, da die Händler je nach Region und Bestellmenge der Apotheke völlig unterschiedliche Konditionen anbieten. Für einige Apotheker ändert sich gar nichts. Andere sollen tief ins Portemonnaie greifen, vor allem kleine Offizinen mit geringer Bestellmenge.

 

Die Großhändler werben um Verständnis. Man leide unter dem Preiskampf und müsse gegensteuern, um die Servicequalität zu halten, erklärte Sanacorp auf Anfrage. Auch Phoenix räumte ein, bundesweit seine Rabattkonditionen zu überprüfen. Servicebeiträge erhebe man nicht grundsätzlich, aber in Einzelfällen. Noweda erklärte, über die Konditionen entschieden die Niederlassungen in den verschiedenen Regionen selbstständig. Irgendwie müsse man die seit Jahren rückläufige Spanne ausgleichen. Man versuche aber, dabei fair zu bleiben. /

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