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Amlexanox

Asthmamittel gegen Adipositas?

05.03.2013
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Von Ulrike Viegener / Es ist nicht das erste Mal, dass man an einem eingeführten Arzneistoff unbekannte Wirkungen entdeckt. Jetzt erwies sich das Asthmamittel Amlexanox als mögliche Option bei Adipositas zumindest im Tiermodell.

Amlexanox ist ein antiallergisch und antiinflammatorisch wirkender Stoff mit unbekanntem Wirkmechanismus. Er wird in Japan als Asthmamedikament und in den USA zur Behandlung von Aphten eingesetzt. Jetzt zeichnen sich zwei ganz neue Indikationen ab: Adipositas und Typ-2-Diabetes. Amlexanox scheint an ganz zentraler Stelle in das pathogenetische Geschehen einzugreifen.

Der Wirkstoff blockiert zwei Gene, unter deren Einfluss es bei sehr fettreicher Ernährung zu Entzündungsreak­tionen in Fett- und Leberzellen kommt. Eine chronische geringfügige Entzündung stellt nach aktuellem Verständnis das Bindeglied zwischen Adipositas, Insulinresistenz und Typ-2-Diabetes dar. Auch scheinen die Entzündungsreaktionen eine wichtige Rolle bei der metabolischen Gegenregulation zu spielen, die eine Gewichtsabnahme bei Übergewicht so schwierig macht.

 

Die Gegenregulation lässt sich unterdrücken, wenn man die beiden Gene IKKE und TBK1 ausschaltet – das hatte die Arbeitsgruppe um Alan Saltiel von der University of Michigan bereits früher entdeckt. Durch diese genetische Manipulation wird der Transkriptionsfaktor NF-kappa B geblockt, der das Ablesen proinflammatorischer Gene steuert. Die Hemmung des Transkrip­tionsfaktors hat eine gesteigerte Energieverbrennung zur Folge. Auf der gezielten Suche nach einem Arzneistoff, mit dem sich die Gene IKKE und TBK1 kontrollieren lassen, sind die Forscher auf Amlexanox gestoßen. Das berichten sie im Fachjournal »Nature Medicine« (doi: 10.1038/nm.3082). Tatsächlich zeigte dieser Wirkstoff am Tiermodell der Adipositas diverse günstige Effekte: Schlanke Mäuse nahmen unter Amlexanox trotz fettreicher Nahrung nicht zu. Bei adipösen Mäusen kam es zur Gewichtsabnahme, gleichzeitig gingen Insulinresistenz und andere prädiabetische Stoffwechselstörungen sowie Fettablagerungen in der Leber zurück.

 

Jetzt soll überprüft werden, ob beim Menschen das Ausschalten dieses Signalwegs die gleichen Effekte hat wie bei der Maus. Da Amlexanox bereits in der Humanmedizin angewendet wird, könnten klinische Studien bei Adipositas und Typ-2-Diabetes sehr zügig starten. /

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