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Krebstherapie

Erstes Biosimilar im EU-Markt

01.03.2017
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Von Ev Tebroke / Für die Onkologie in Europa ist es ein wesentlicher Schritt: Mit Truxima™ des südkoreanischen Unternehmens Celltrion hat das erste Biosimilar für den in der Krebstherapie zum Einsatz kommenden Wirkstoff Rituximab die europäische Zulassung erhalten. Das teilte die Arbeitsgemeinschaft Pro Biosimilars vergangene Woche mit. Für den deutschen Markt hat die Firma Mundipharma die Vertriebsrechte.

 

Die Europäische Kommission hat das Nachfolgepräparat der biotechnologisch hergestellten Krebsimmuntherapie MabThera® von Roche am 22. Februar 2017 für den europäischen Markt zugelassen. Sie folgte damit der Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) vom 15. Dezember 2016. Truxima ist in den gleichen Indikationsgebieten einsetzbar, wie das Originalpräparat: darunter Non-­Hodgkin-Lymphome, chronisch lymphatische Leukämie und rheumatoide Arthritis.

 

»Die Zulassung des ersten Rituximab-Biosimilars ist ein Meilenstein für die Onkologie«, betonte der Vorsitzende von Pro Biosimilars, Andreas Eberhorn. Biosimilars könnten wesentlich dazu beitragen, dass die bestmögliche Behandlung der betroffenen Patienten angesichts hoher Kosten für neue Therapien auch künftig finanzierbar bleibt. »Dazu müssen sie nun zügig ihren Weg in die Versorgung ­finden.«

 

Zuletzt hatte die European Society for Medical Oncology (ESMO) Anfang Januar in einem Positionspapier auf die nachhaltige Bezahlbarkeit von Krebstherapien durch den Einsatz von Biosimilars hingewiesen und sie für den finanziellen Erhalt der Gesundheitssysteme weltweit als »unerlässlich« eingeschätzt. ESMO erwartet in Europa durch Biosimilars ein Einsparpotenzial von 20 bis 40 Prozent. Für zahlreiche monoklonale Antikörper laufen bis 2020 die Patente aus. Bis dahin seien Einsparungen von 50 bis 100 Milliarden Euro möglich, heißt es in dem Papier. /

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