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Stada

Das Ringen geht weiter

01.03.2017
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Von Daniel Rücker / Der Kampf um Stada geht in die heiße Phase. Drei Finanzinvestoren ringen um Deutschlands letzten noch unabhängigen Generikahersteller. Am offensivsten gibt sich derzeit Advent. Der US-amerikanische Investor bot zuletzt 58 Euro pro Aktie. Insgesamt wäre dies ein Kaufpreis von 3,6 Milliarden Euro für den Bad Vilbeler Pharmahersteller.

Am vergangenen Donnerstag hatte Advent die beiden Mitbewerber unter Druck gesetzt. 58 Euro pro Aktie zuzüglich der Dividende von 2016 lautete sein Gebot, das er aber nur bis Montag aufrecht halten wollte.

Feindliche Übernahme?

 

Allerdings will der Investor laut der Nachrichtenagentur dpa nur dann zugreifen, wenn der Stada-Vorstand mit der Übernahme einverstanden ist. Derzeit prüft der Vorstand die Angebote der drei Bieter. Ob es bei einer friedlichen Übernahme bleibt, scheint derzeit nicht sicher. Der Analyst der DZ-Bank, Thomas Maul, schließt angesichts der kurzen Zeitspanne für das Angebot auch eine feindliche Übernahme nicht aus. Advent verhalte sich nicht freundlich, sondern setze »Stada die Pistole auf die Brust«, sagte er gegenüber dpa. Neben Advent sind auch der britische Investor Cinven und ein weiterer nicht namentlich genannter Bieter im Rennen. Deren Gebote liegen laut dpa bei 56 und 58 Euro. Es ist aber durchaus möglich, dass die Angebote noch steigen.

 

Bislang hat der Stada-Vorstand dem Druck von Advent widerstanden und führt nach eigenen Angaben einen «strukturierten Bieterprozess«. Dieser stelle sicher, »dass alle potenziellen Bieter den gleichen Informationsstand sowie die gleiche Gelegenheit erhalten, ihre Pläne für Stada zu präsentieren«. Zu diesem Zweck wurde laut Stada ein Datenraum eingerichtet und die drei potenziellen Bieter zu einem sogenannten Due Diligence Verfahren eingeladen. Due-Diligence-Prüfungen sind dafür da, vertrauliche Unternehmenszahlen eines möglichen Kaufobjekts zu ermitteln und diese in die Bewertung einzubeziehen. Dazu will der Vorstand auch analysieren, wie der Unternehmenswert weiter gesteigert werden kann.

 

Sorge um Arbeitsplätze

 

Während man sich im Vorstand souverän gibt, wachsen bei den Mitarbeitern offenbar die Sorgen um Arbeitsplätze, sollte Stada von einem Investor übernommen werden. »Natürlich machen wir uns Gedanken darüber«, sagte der für Stada zuständige Vertreter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie, Alexander Wiesbach, der dpa.

 

Für die Mitarbeiter hört sich das Advent-Angebot nicht unattraktiv an. Der Investor stellt in Aussicht, weiter in Stada zu investieren und weder eine Aufspaltung noch einen Verkauf des Unternehmens anzustreben. Welchen Wert solche Zusagen haben, zeigt sich allerdings oftmals erst nach dem Verkauf. /

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