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Prävention nützt

01.03.2011
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Zum zehnten Mal wirbt die Felix-Burda-Stiftung in diesem März für Prävention und Früherkennung von Darmkrebs (siehe dazu Darmkrebsvorsorge: Zehn Jahre Felix-Burda-Stiftung). Die Stiftung, die ebenfalls zehnjähriges Bestehen feiert, hat in den vergangenen Jahren viel Aufmerksamkeit auf die gefährliche Erkrankung gelenkt, die bis dahin ein Tabuthema war. Durch Anzeigenkampagnen und Fernsehspots sollte die Bevölkerung sensibilisiert werden. Denn Darmkrebs ist tückisch: In frühen Stadien fällt er kaum auf. Bereitet er Schwierigkeiten, ist der Krebs meist so fortgeschritten, dass keine Heilung mehr möglich ist. Dennoch ist die Bilanz nach neun Jahren durchwachsen. Pro Jahr lassen sich nur 3 Prozent der Berechtigten untersuchen.

 

Dabei gibt es einen langen Zeitraum, in dem Krebsvorstufen entdeckt und folgenlos beseitigt werden können. Denn Darmkrebs entsteht nicht über Nacht: Es dauert mindestens fünf bis zehn Jahre bis aus Polypen Karzinome entstehen. Rechtzeitige und regelmäßige Vorsorge kann Erkrankungen verhindern und Todesfälle vermeiden. Einer der Erfolge des ersten Darmkrebsmonats März war, dass die Koloskopie im Jahr 2002 als gesetzliche Krankenkassenleistung für alle Versicherten über 55 Jahren etabliert wurde. Seit der Einführung haben mehr als 4,3 Millionen Menschen die Darmspiegelung in Anspruch genommen. Einer aktuellen Studie zufolge ist dadurch 100 000 Menschen die Erkrankung erspart geblieben, und 50 000 Erkrankte konnten geheilt werden, weil der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt wurde. Dies ist vor allem der Verdienst der Felix-Burda-Stiftung.

 

Doch Aufklärung und Information sind nur ein erster Schritt. Zu wenige Menschen nutzen das Angebot. 3 Prozent Teilnehmer sind angesichts des großen Nutzens nicht besonders viel. Immer noch sterben jedes Jahr 27 000 Menschen an Darmkrebs. Das sind zu viele. Deutlich erfolgreicher könnten die Vorsorgeprogramme sein, wenn mehr Menschen sie in Anspruch nehmen würden. Gerade Ärzte und Apotheker können hier einiges leisten. Sie können versuchen, die Patienten zu motivieren, an dieser wichtigen und nachweislich sinnvollen Vorsorgeuntersuchung teilzunehmen. Der Titelbeitrag Prävention: Früh erkannt ist Darmkrebs heilbar liefert Ihnen Hintergrundinformationen für das Beratungsgespräch.

 

Christina Hohmann

Ressortleitung Medizin

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