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01.03.2011  17:20 Uhr

Stada: Gewinn um ein Drittel eingebrochen

 

dpa / Der Gewinn des Pharmaherstellers Stada ist 2010 wegen großer Probleme im Geschäft in Serbien und hoher Kosten für den Konzernumbau eingebrochen. Nach vorläufigen Zahlen sank der Überschuss gegenüber dem Vorjahr um 32 Prozent auf 68,4 Millionen Euro, wie die Stada Arzneimittel AG in Bad Vilbel mitteilte. Der Gruppenumsatz stieg um etwa 4 Prozent auf 1,63 Milliarden Euro. Der Generikahersteller begründete den Ergebnisrückgang mit einmaligen Sondereffekten in Höhe von etwa 66,7 Millionen Euro nach Steuern. Im Sommer hatten die massiven Schwierigkeiten auf dem serbischen Markt die im MDax notierte Gesellschaft in die roten Zahlen gedrückt. Die Dividende soll von 55 Cent im Vorjahr auf 37 Cent je Aktie sinken. Der Vorstand kündigte für 2011 einen Anstieg des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen im hohen einstelligen Prozentbereich an. Der Umsatz werde ebenfalls zulegen. Stada will die endgültigen Zahlen am 30. März vorlegen.

 

Traditionsmarke Schering ist Geschichte

 

dpa / Rund fünf Jahre nach dem spektakulären Schering- Erwerb zieht Bayer mit einer hohen Abschreibung auf die Marke einen Schlussstrich unter den bislang teuersten Firmenkauf. Diese außerplanmäßige Abschreibung von 400 Millionen Euro und weitere Sonderposten für Rechtsfälle schmälerten dabei 2010 deutlich die Gewinne des Unternehmens. »Wir haben entschieden, nur mit dem Namen Bayer nach vorne zu gehen«, begründete der Vorstandschef Marijn Dekkers bei der Bilanzvorlage in Leverkusen den Schritt. Bayer stehe aber weiterhin zum Standort Berlin. Im vergangenen Jahr schrumpfte der Konzernüberschuss um 4,3 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Operativ befinde sich Bayer aber auf Kurs, betonte Dekkers. Beim Umsatz zeigte sich Bayer in Bestform: Mit insgesamt 35,1 Milliarden Euro erzielte das Unternehmen den höchsten Wert in der Firmengeschichte. In diesem Jahr peilt das Unternehmen ein weiteres Plus zwischen 4 und 6 Prozent an. Vor allem die Chemiesparte Material Science kehrte 2010 zur früheren Stärke zurück und kurbelte die Geschäfte an. Die beiden Teilkonzerne Gesundheit und Pflanzenschutz, auf die zwei Drittel des gesamten Bayer-Umsatzes entfallen, schwächelten dagegen. Die rückläufige Entwicklung der Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Sondereinflüssen begründete Dekkers unter anderem mit dem starken Wettbewerb durch Nachahmerprodukte. Die Umsetzung des bereits angekündigten Sparpakets verläuft Dekkers zufolge plan­mäßig. Mit dem Betriebsrat sei eine Vereinbarung über einen sozialverträglichen Stellenabbau erzielt worden. Weltweit stehen 4500 Arbeitsplätze bis 2012 auf Dekkers Streichliste, davon 1700 in Deutschland. Ab 2013 sollen jährlich 800 Millionen Euro eingespart werden.

 

Versicherungen: Gleiche Kosten für Männer und Frauen

 

dpa / Versicherungsbeiträge dürfen sich nicht nach dem Geschlecht richten. Die Ver­sicherungskonzerne müssen künftig Unisex-Tarife anbieten. Das hat der Europäische Gerichtshof in Luxemburg entschieden (Rechtssache C-236/ 09). Die bislang übliche Berücksichtigung des Geschlechts als »Risikofaktor« für Versicherungsbeiträge diskriminiere Frauen und sei deswegen ungültig. Die Richter geben der Branche eine Frist für die Umstellung bis 21. Dezember 2012. Nach dem EU-Recht müssen Männer und Frauen grundsätzlich gleich behandelt werden, doch bislang gibt es bei Versicherungen Ausnahmeklauseln. So werden Versicherungstarife nach dem statistischen Risiko kalkuliert. Dabei spielt das Geschlecht häufig eine zentrale Rolle. Weil Frauen statistisch gesehen einige Jahre älter als Männer werden, zahlen sie zum Beispiel höhere Beiträge für eine private Rentenversicherung. Nach Ansicht der obersten europäischen Richter läuft die bei Versicherungen übliche Ausnahmeregel »der Verwirklichung des Ziels der Gleichbehandlung von Frauen und Männern zuwider«. Ob auch bestehende Altverträge künftig ungültig sind, ließen die Richter in dem Urteil offen.

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