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AMTS

Verblisterer vermissen politisches Bekenntnis der Koalition

21.02.2018
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Von Ev Tebroke / Das Thema Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in Alten- und Pflegeheimen kommt im Koalitionsvertrag nach Ansicht von Kritikern zu kurz. Medikamente zu stellen gehöre in die Verantwortung von pharmazeutischen Spezialisten, betont der Bundesverband patientenindividueller Arzneimittelverblisterer (BPAV). Ein entsprechendes politisches Bekenntnis fehle aber im Koalitionsvertrag.

 

Zwar wollen Union und SPD den Bereich Pflege entschieden verbessern. Die im Vertrag angekündigte »konzertierte Aktion Pflege« stellt aber zum Bedauern des BPAV bislang keine Entlastung des Pflegepersonals in Aussicht, wenn es um die patientenindividuelle Bereitstellung von Medikamenten geht.

 

»Die patientenindividuelle Arzneimittelverblisterung muss zum Standard in der Heimversorgung werden«, betont der BPAV-Vorsitzende Hans-Werner Holdermann. Er forderte den Gesetzgeber auf, die entsprechenden Voraussetzungen zu schaffen. »Die lebenswichtige Dienstleistung der individuellen Verblisterung muss endlich Teil der Arzneimittelpreisverordnung werden.«

 

Insbesondere angesichts der sich zuletzt häufenden Fälle von vertauschten Arzneimitteln im Pflegebereich müsse die Politik endlich handeln, heißt es. Unlängst war bekannt geworden, dass Mitarbeiter von Pflegeheimen immer häufiger telefonische Hilfe bei Giftnotrufzentren suchen, weil sie Medikamente von Heimbewohnern falsch dosiert oder vertauscht hatten.

 

Der BPAV weist zudem darauf hin, dass jährlich rund 1,6 Millionen Menschen aufgrund von Fehlmedikationen und nicht festgestellten Wechselwirkungen stationär behandelt werden müssen. Diese Zahlen könnten drastisch sinken, wenn das individuelle Medikamentenstellen in Heimen konsequent umgesetzt würde, heißt es. Die Fehlerquote beim manuellen Stellen sei um das 10 000-Fache höher als bei der professionellen und maschinellen Verblisterung. /

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