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USA

Verkeimtes Cannabis gefährdet Patienten

21.02.2017
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Von Daniela Hüttemann / Medizinisches Marihuana aus den USA ist häufig mit Bakterien und Pilzen kontaminiert, die für Patienten mit geschwächtem Immunsystem gefährlich werden können.

 

Insbesondere bei der Inhalation, ob vaporisiert, als Joint oder Aerosol, besteht ein großes Risiko für Patienten mit Leukämien, Lymphomen, Aids oder unter Behandlung mit Immunsuppressiva. Zu diesem Schluss kommt eine Untersuchung von 20 Proben medizinischen Marihuanas, also getrockneten Cannabisblüten, aus nordkalifornischen Abgabestellen. Forscher der Universität Kalifornien in Davis fanden dabei Spuren von human­pathogenen Pilzen wie Kryptokokken, Mucor und Aspergillen sowie Bakte­rien wie Escherichia coli, Klebsiella pneumoniae und Acinetobacter baumannii.

In den USA gibt es keine bundeseinheitlichen Kontrollen zur Qualität von medizinischem Cannabis, kritisieren die Studienautoren um Professor Dr. Joseph Tuscano und Professor Dr. George Thompson III. Das soll bei der bald bevorstehenden Freigabe von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Deutschland anders sein. Hier werden Kontrollen durch die Bundescannabisagentur stattfinden. Die Droge muss in pharmazeutischer Qualität vorliegen, also schadstoff- und keimfrei sein.

 

»Infektionen mit den Pathogenen, die wir in medizinischem Marihuana gefunden haben, können zu schweren Erkrankungen und sogar Todesfällen führen«, warnt Tuscano. »Bei der Inhalation gelangt Marihuana tief in die Lunge hinein, wo sich Infektionen leicht festsetzen können.« Der Arzt berichtet von einem seiner Patienten, der eine seltene und unheilbare Pilzinfektion der Lunge entwickelte, nachdem er vernebeltes Marihuana inhaliert hatte.

 

Zwar sei unbekannt, ob der Konsum von Marihuana in Backwaren sicher sei. Dennoch empfehlen die Autoren in einem Schreiben im Fachjournal »Clinical Microbiology and Infection« Patienten, die Marihuana nutzen wollen, die Heilpflanze zu verbacken, da die hohen Temperaturen die gefährlichen Mikroorganismen vermutlich zerstören (DOI: 10.1016/j.cmi.2016.12.001). Wissenschaftlich untersucht ist das allerdings nicht. /

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