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Sinneswahrnehmung

Studie belegt große Einbußen im Alter

24.02.2016
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Von Annette Mende / Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten – mit steigendem Lebensalter büßen alle fünf Sinne zunehmend an Empfindlichkeit ein. Wie erheblich die Verluste sind, belegt nun erstmals eine systematische Untersuchung aus den USA. Demnach ist es die große Ausnahme, wenn im Alter alle Sinne noch einwandfrei funktionieren: 94 Prozent der Studienteilnehmer zeigten Einbußen in einer Kategorie, 38 Prozent in zwei und 28 Prozent in drei. Das berichten die Autoren um Dr. Camil Correia und Kevin J. Lopez von der University of Chicago im »Journal of the American Geriatrics Society« (DOI: 10.1111/jgs.13955).

Das Studienkollektiv bestand aus 3500 Personen im Alter zwischen 57 und 85 Jahren, deren Sinneswahrnehmung mittels validierter Tests erfasst wurde. So sollten die Probanden etwa zur Beurteilung des Tastsinns zwei Punkte auf dem Zeigefinger der dominanten Hand unterscheiden.

Wenn das bei einem Abstand von 4 mm zwischen den Punkten gelang, zählte es als gutes Ergebnis, ab einem Abstand von 12 mm als schlechtes. Zur Erfassung von Geruchs- und Geschmackssinn dienten validierte Geruchs- und Geschmacksmuster, die die Probanden erkennen sollten. Bei den Tests der Seh- und Hörfähigkeit durften die Teilnehmer ihre Brillen, Kontaktlinsen und Hörgeräte tragen.

 

Am häufigsten zeigte sich in diesen Tests eine Beeinträchtigung des Geschmackssinns. Fast die Hälfte (48 Prozent) der Teilnehmer erkannten keine einzige der vier auf die Zunge aufgebrachten Proben von Sauer, Bitter, Süß und Salzig, 26 Prozent ordneten lediglich eine oder zwei Proben richtig zu. Auch hinsichtlich des Tastsinns bildeten die Probanden mit normaler Empfindlichkeit die Ausnahme. Sie machten lediglich 30 Prozent des Kollektivs aus.

 

Das beobachtete Nachlassen der Sinnesfunktionen mag zwar in seinem Ausmaß unerwartet sein, ist an sich aber eine bekannte Alterserscheinung. Doch wie kommt sie eigentlich zustande? Auch hierüber machen die Autoren sich Gedanken. Sie nennen eine De­generation von Nerven, schädliche Umwelteinflüsse und eine genetische Disposition als Faktoren, die in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen. /

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