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Neuer Borreliose-Erreger entdeckt

24.02.2016
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Von Christina Hohmann-Jeddi / Eine neue Borrelien-Art haben US-amerikanische Forscher entdeckt und nach ihrem Arbeitgeber, der Mayo Clinic in Rochester, Borrelia mayonii genannt. Die Bakterien rufen Lyme-Borreliose beim Menschen mit starker Bakteriämie und zum Teil untypischen Symptomen hervor, berichten die Wissenschaftler im Fachjournal »The Lancet Infectious Diseases« (DOI: 10.1016/S1473-3099(15) 00464-8). Bislang galt Borrelia burgdorferi als einziger Erreger der Lyme-Borreliose.

Bei Routineuntersuchungen stießen die Mediziner um Dr. Bobbi Pritt auf sechs Proben von Patienten mit vermuteter Lyme-Borreliose, die untypische Ergebnisse lieferten. Genauere genetische Analysen zeigten, dass es sich um eine neue Borrelien-Art handelt, die allerdings mit Borrelia burgdorferi eng verwandt ist. Ein Kennzeichen war, dass bei der neuen Variante die Kopienzahl des oppA1-Gens etwa 180-fach höher war.

Den limitierten Daten der sechs Patienten zufolge löst der Erreger eine Erkrankung aus, die der klassischen Borreliose ähnelt – mit wenigen Unterschieden. Beobachtet wurde neben Fieber, Kopf- und Nackenschmerzen auch Ausschlag. Anders als bei der klassischen Borreliose scheint die neue Variante mit Erbrechen und Übelkeit assoziiert zu sein. Zudem war der Hautausschlag eher diffus und nicht in Form eines roten Kreises. Ein Kennzeichen war auch, dass die Bakterien-Konzen­tration im Blut deutlich höher lag als üblicherweise.

 

Nach heutigem Kenntnisstand ist der Erreger nur in Minnesota, Wisconsin und North Dakota verbreitet. Proben aus anderen US-Staaten wurden negativ auf den neuen Erreger getestet. Er lässt sich mit den zugelassenen Borreliose-Tests nachweisen und mit den üblicherweise gegen Borreliose eingesetzten Antibiotika behandeln, heißt es in einer Pressemitteilung der Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Eine Abweichung vom Therapieschema sei daher nicht nötig. /

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