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OTC

Auf die Beratung kommt es an

22.02.2011
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Von Daniel Rücker / Die Käufer von OTC-Arzneimitteln setzen auf die Apotheken. Nach einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Nielsen lassen sich heute drei von vier OTC-Käufern in der Apotheke beraten. Parallel dazu ist die Zahl der Verbraucher, die Arzneimittel auch außerhalb der Apotheke kaufen, rückläufig.

Nur ein Drittel der von Nielsen befragten rund 6000 Verbraucher tut dies regelmäßig. Neben der mangelnden Beratung in anderen Verkaufsstellen geben die Befragten Qualitätsaspekte als Begründung gegen den Kauf von Arzneimitteln in Supermärkten und Drogerien an. Mehr als die Hälfte hat Zweifel an der Wirksamkeit dieser Medikamente.

 

Nach dem Ergebnis der Untersuchung legen Versandapotheken beim Verkauf von Selbstmedikationsarzneimitteln weiter zu. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten, nämlich 60 Prozent gaben an, bereits Arzneimittel über das Internet bestellt zu haben. Als Gründe gaben sie die bequeme Möglichkeit zu bestellen, günstige Preise und die zuverlässige und schnelle Lieferung an. Andere Verbraucher bleiben skeptisch. Diejenigen, die noch nie Arzneimittel über das Internet bestellt hatten, gaben die fehlende Beratung als Grund für ihre Skepsis an.

 

Insgesamt ist der Selbstmedikationsmarkt im vergangenen Jahr erneut kleiner geworden. Dabei kamen die Apotheken vergleichsweise glimpflich davon. Sie hielten 2010 ihr Umsatzvolumen von rund 5 Milliarden Euro, allerdings bei einem Rückgang der Packungszahlen von einem Prozent. In Lebensmittelgeschäften und Drogerien ging der Umsatz mit freiverkäuflichen Arzneimitteln dagegen laut Nielsen um 2,9 Prozent auf 1 Milliarde Euro zurück. Einen Zuwachs im OTC-Geschäft konnte im vorigen demnach nur der Versandhandel verzeichnen. Allerdings wachsen auch dort die Bäume nicht mehr in den Himmel. Der Umsatz mit Selbstmedikationarzneimittel stieg bei den Versendern auf knapp 560 Millionen Euro. Das waren 4,5 Prozent mehr als 2009, gleichzeitig aber auch das geringste Wachstum seit der Legalisierung des Versandhandels mit Arzneimitteln im Jahr 2004. /

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