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Rekordbilanz für Schering

21.02.2006
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Pharmaindustrie

Rekordbilanz für Schering

von Katrin Schomber, Berlin

 

Die Schering AG hat im Jahr 2005 Betriebsergebnis und Konzerngewinn im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20 Prozent gesteigert. Außerdem wird das Berliner Unternehmen die Exklusivrechte für die Herstellung von Betaferon erwerben. Auch für die nächsten Jahre erwartet man ein kräftiges Gewinnwachstum.

 

Die Zahlen geben Grund zu Optimismus: »Das Jahr 2005 war das beste Geschäftsjahr unserer Unternehmensgeschichte«, sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Hubertus Erlen, Vorstandsvorsitzender. Der Pharmakonzern hat seinen Umsatz in 2005 um 8 Prozent auf 5,308 Milliarden Euro gesteigert. Das Betriebsergebnis erhöhte sich um 21 Prozent auf 928 Millionen Euro und der Konzerngewinn um 23 Prozent auf 619 Millionen Euro. Die operative Marge stieg von 15,7 Prozent in 2004 auf 17,5 Prozent in 2005, in diesem Jahr werden 18 Prozent anvisiert. Für 2008 setzt sich das Unternehmen das Ziel von 20 Prozent Umsatzrendite (Marge).

 

Auch die Anleger werden erfreut sein: Der Gewinn je Aktie stieg um 23 Prozent auf 3,26 Euro, eine Erhöhung der Dividende um 20 Prozent auf 1,20 Euro wird im April der Hauptversammlung vorgeschlagen. Das Unternehmen kündigte auch das bisher größte Aktienrückkaufprogramm der Firmengeschichte an. Vom 1. März bis zum 30. September 2006 sollen Aktien im Wert von bis zu 500 Millionen Euro über die Börse erworben werden. Liquide Mittel für mögliche Übernahmen seien weiterhin vorhanden, teilte Finanzvorstand Dr. Jörg Spiekerkötter mit. Der Schering-Konzern hat 2005 im Vergleich zum Vorjahr 4 Prozent weniger Mitarbeiter beschäftigt. Der Rückgang betraf vor allem die deutschen und japanischen Standorte, ein weiterer Stellenabbau sei nicht geplant.

 

Zu den umsatzstärksten Produkten von Schering zählen die Präparate Betaferon (plus 10 Prozent), das orale Verhütungsmittel Yasmin (plus 34 Prozent) und das Intrauterin-System Mirena (plus 21 Prozent). Hohe Steigerungsraten wurden auf den Märkten USA, Lateinamerika/Kanada und Asien/Pazifik erreicht. Die Region Japan blieb mit 1 Prozent unter den Erwartungen.

 

Über die Transaktion der Rechte für die Betaferon-Herstellung wird zurzeit verhandelt. Der Liefervertrag zwischen Schering und dem US-Hersteller Chiron Corporation beinhaltet eine Übernahmeklausel zum Erwerb aller von Chiron für die Herstellung eingesetzten Gegenstände durch Schering. »Wir beabsichtigen, diese Option auszuüben«, gab Erlen bekannt. Damit würde Schering die Mittel für die Herstellung von Betaferon® in den USA kontrollieren und den Liefervertrag mit Chiron beenden; die Lizenzkosten entfallen.

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