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Zika-Virus

Weitere Ausbreitung ist wahrscheinlich

10.02.2016  09:29 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / Das Zika-Virus hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in 33 Ländern verbreitet. Dazu gehören lateinamerikanische Länder, aber auch die Kapverden und einige pazifische Inselstaaten. Gezählt worden seien Länder, die den Zika-Ausbruch zwischen Januar 2014 und dem 5. Februar 2016 gemeldet haben. Es gebe zudem indirekte Hinweise auf eine Virenübertragung in sechs weiteren Staaten, gibt die Organisa­tion bekannt. Eine weitere Ausdehnung schätzt sie als wahrscheinlich ein.

Sieben der betroffenen Länder verzeichneten zusätzlich einen Anstieg der Inzidenz von Mikrozephalie bei Neugeborenen und/oder von Guillain-Barré-Syndrom (GBS). Bei beiden Erkrankungen wird ein Zusammenhang mit der Zika- Infektion vermutet, ist aber noch nicht wissenschaftlich bewiesen.

GBS ist eine seltene, akut einsetzende entzündliche Erkrankung des peripheren Nervensystems, die zu Empfindungsstörungen und Lähmungserscheinungen führt. In der Regel sind zuerst die Beine betroffen, und die Lähmungen breiten sich dann über den Rumpf zu den Armen bis zum Kopf aus. Bei etwa 25 Prozent der Patienten tritt eine Atemlähmung auf, die lebensbedrohlich ist und eine künstliche Beatmung erforderlich macht. Die Erkrankung dauert einige Wochen bis Monate, die Erholungsphase ist mitunter lang. Etwa ein Fünftel der Betroffenen behält bleibende Funk­tionseinschränkungen zurück. Die Inzidenz liegt normalerweise zwischen 0,4 und 4 pro 100 000 Einwohner pro Jahr.

 

Ein Anstieg der GBS-Inzidenz wurde nach WHO-Angaben in Brasilien, Kolumbien, El Salvador, Surinam und Venezuela beobachtet. Schon ein Zika-Ausbruch in den Jahren 2013 und 2014 in Französisch-Polynesien sei mit einem Anstieg der Erkrankungszahlen des Guillain-Barré-Syndroms einhergegangen. Die Ursachen der Nervenkrankheit sind nicht bekannt, häufig werden Infektionen, etwa mit dem Epstein-Barr- oder Zytomegalie-Virus, vor dem Auftreten der Erkrankung beobachtet. Die WHO fordert nun, die Ursachenforschung zu verstärken und einen möglichen Zusammenhang mit der Zika-Virus-Infektion aufzuklären. /

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