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31.01.2018  10:27 Uhr

Grippe erhöht Herzinfarkt-Risiko

 

PZ / In den ersten sieben ­Tagen nach dem Nachweis einer echten Influenza ist das Risiko für einen Herzinfarkt um den Faktor sechs erhöht. Das ergab eine Studie, die Forscher der kanadischen ­Gesundheitsbehörde von Ontario jetzt im »New England Journal of Medicine« vorstellen (DOI: 10.1056/ NEJMoa1702090). Die Forscher um Dr. Jeff Kwong werteten die Daten von mehr als 20 000 Erwachsenen aus, die in den Jahren 2009 bis 2014 eine labor­bestätigte Diagnose einer Grippeinfektion erhalten hatten. Von diesen betrachteten sie die 364 Personen, die zusätzlich im Jahr vor oder im Jahr nach der ­Influenza einen Myokard­infarkt erlitten hatten. 20 von ihnen erlitten den Infarkt in den von den Forschern als Risikointervall definierten sieben Tagen nach der Grippediagnose. In der Kontrollperiode (ein Jahr vor und ein Jahr nach der Infek­tion) traten insgesamt 344 Herzinfarkte auf, pro Woche also 3,3. Somit war das Risiko für einen Infarkt im Risikointervall sechsfach erhöht. Besonders deutlich war der Effekt bei Infektionen mit Influenza-B-Viren, hier war das Risiko zehnfach erhöht, bei Influenza-A-Viren nur fünffach. Andere Atemwegsinfektionen waren ebenfalls schädlich für die Herzgesundheit. So steigerte eine Infektion mit dem Respiratory Syncytial Virus (RSV) das Infarktrisiko um den Faktor 3,5 und andere Viren um etwa den Faktor 2,8.

 

Meningokokken-B- Impfung kein Standard

 

Die Meningokokken-B-Impfung wird vorerst in Deutschland nicht zu einer neuen Standardimpfung für Kinder erklärt. Die Ständige Impfkommission (STIKO) bleibt bei ihrer bisherigen Bewertung und spricht sich gegen eine Impfung aller Kinder aus. Die Begründung liegt im »Epidemiologischen Bulletin« 3/2018 vor. Demnach führen Meningokokken (Neisseria meningitidis) vom B-Typ zwar oft zu schweren Verläufen. Die Krankheitslast in Deutschland sei jedoch derzeit niedrig und nehme weiter ab. So erkrankten ­zwischen 2013 und 2016 im Mittel jährlich 211 Personen an einer invasiven Meningokokken-B-Infektion. Zwischen 2001 und 2005 lag die Zahl noch bei 400 bis 570 Erkrankungen pro Jahr. Das höchste Risiko haben Säuglinge und Kleinkinder sowie Jugendliche. Seit Januar 2013 steht in Europa ein Impfstoff gegen Meningokokken der Serogruppe B (Bexsero®) zur Verfügung, seit 2017 zudem Trumenba® mit etwas anderer Antigen-Zusammensetzung. Standard-Impfung in Deutschland ist dagegen die einmalige Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C ab einem Alter von zwölf Monaten. /

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