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Beratungsqualität

Apothekerkammern widersprechen TV-Recherche

28.01.2015  09:37 Uhr

Von Ev Tebroke / Zwei von drei Apotheken in Nordrhein-Westfalen (NRW) bieten ihren Kunden eine sehr gute oder gute Beratung. So lautet aktuell die Zwischenbilanz der Apothekerkammer Westfalen-Lippe (AKWL) und der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) zehn Jahre nach Start der ersten eigenen Testkäufe zur Erhebung der Beratungsqualität.

 

»Uns liegen mittlerweile die Ergebnisse von fast 15 000 Beratungstests vor. Diese wurden allesamt wissenschaftlich fundiert durchgeführt und professionell ausgewertet«, bilanzieren AKWL-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening, und AKNR-Präsident Lutz Engelen in einer aktuellen Mitteilung. Damit reagieren die Kammern auf aktuelle Sendungen des Fernsehsenders WDR. Dieser berichtete in zwei TV-Beiträgen über die angeblich schlechte Beratungsqualität in Apotheken des Bundeslandes. Bei 18  Testkäufen in NRW-Apotheken hätten nur drei Apotheken den Kunden »gut« beraten, heißt es. Zehn schnitten demnach »schlecht« ab und fünf »mittel«. Laut WDR hätten die Tester immer die gleichen fünf rezeptfreien Medikamente gekauft: Ein Kombi-Präparat gegen Erkältungen, einen Hustenlöser, ein Schmerzmittel, einen leichten Blutverdünner und ein Migräne-Mittel.

 

Die Apothekerkammern halten solche Testkäufe jedoch für nicht aussagekräftig. »Die Ergebnisse der immer wieder in Deutschland durchgeführten populistischen Apothekentests basieren zumeist auf den subjektiven Eindrücken von nur einem oder zwei Testern«, so Overwiening und Engelen.

 

Demgegenüber gewährten die Testreihen der Apothekerkammern in NRW durch die Vielzahl der pharmazeutischen Fachprüfer und die zentrale Gesamtauswertung ein höchstmögliches Maß an Objektivität und Neutralität, teilten die Kammern mit. Als verbesserungswürdig bewerteten die Kammern nach eigenen Angaben knapp 30 Prozent der Beratungen. Dies sei laut Tests insbesondere dann der Fall, wenn es um einen konkreten Präparatewunsch ging. »Unsere Ergebnisse sind transparent und daher von jeder Stelle nachprüfbar«, betonen die beiden Kammerpräsidenten. /

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