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01.02.2011
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Rückenmarksverletzungen: Hoffnungsschimmer Paclitaxel

 

PZ / Das Zytostatikum Paclitaxel fördert die Regeneration verletzter Nervenzellen im ZNS. Das ergaben zumindest Versuche an Ratten, über die Forscher am Max-Planck-Institut für Neurobiologie zusammen mit US-amerikanischen und niederländischen Kollegen in »Science« (DOI: 10.1126/science.1201148) berichten. Demnach wirkt sich Paclitaxel nach einer Rückenmarksverletzung in zweierlei Hinsicht positiv aus. Zum einen stabilisiert es die Mikrotubuli, sodass das Zellskelett nicht destabilisiert wird und verletzte Nervenzellen wieder auswachsen können. Zum anderen sorgt es dafür, dass sich das Narbengewebe schwächer ausprägt und für wachsende Nervenzellen einfacher zu überwinden ist. Die Forscher gehen davon, dass auch die Nebenwirkungen geringer ausfallen würden als in der Krebstherapie, da deutlich niedrigere Paclitaxel-Dosierungen zum Einsatz kommen und diese auch nur direkt an der Verletzungsstelle appliziert werden. Noch befinden sich die Untersuchungen der Wissenschaftler im Stadium der Grundlagenforschung. Bis zu einer möglichen klinischen Erprobung wird daher noch einige Zeit vergehen. Seit vielen Jahren ist Paclitaxel, ein Inhaltsstoff der Pazifischen Eibe, bei Brust- und Eierstockkrebs im Einsatz.

 

Pregabalin: Abhängigkeitspotenzial beachten

 

PZ / Die Arzneimittelkommission der Ärzteschaft (AkdÄ )macht auf das Missbrauchpotenzial von Pregabalin (Lyrica®) aufmerksam. Anlass ist ein Fallbericht eines Patienten mit generalisierter Angststörung, der mit Pregabalin behandelt wurde. Der 39-Jährige hatte mehrfach versucht, sich Rezepte zu erschleichen und eingestanden, täglich bis zu 3000 Milligramm des Medikaments täglich einzunehmen (empfohlene Tageshöchstdosis 600 mg). Der AkdÄ sind ähnliche Fälle bekannt; auch die schwedische Arzneimittelbehörde warnte vor Kurzem vor Missbrauch. Aufgrund der GABA-ergen Eigenschaften des Wirkstoffs sei eine Abhängigkeitsentwicklung vorstellbar, schreibt die AkdÄ in einer Drug-Safety-Mail. Entsprechende Hinweise wurden im vergangenen Jahr in die Fachinformation aufgenommen. Auch wenn das Risiko möglicherweise nur gering sei, sollten Patienten vor Beginn einer Behandlung darauf aufmerksam gemacht werden, empfiehlt die AkdÄ. Vorsicht sei vor allem bei Patienten mit Suchterkrankungen in der Vorgeschichte geboten.

 

Masern: Impfstoff in Puderform in der Entwicklung

 

PZ / US-Forscher berichten von ersten Versuchen mit einem experimentellen Masernimpfstoff bei Rhesusaffen, der einmalig über die Atemwege aufgenommen werden soll. Der »Impfpuder« wurde demnach von den Affen inhaliert. Daraufhin sei eine Immunität gegen Masern bei den Tieren aufgebaut worden. Die Wissenschaftler um Wen-Hsuan Lin von der Johns Hopkins Bloomberg Schule für Öffentliche Gesundheit in Baltimore veröffentlichen ihre Ergebnisse in den »Proceedings« der US-Akademie der Wissenschaften (DOI: 10.1073/pnas.1017334108).

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