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IQWiG

Zusatznutzen am häufigsten bei Krebsmedikamenten

23.01.2018
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Von Daniela Hüttemann / Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat seit Einführung der frühen Nutzenbewertung im Jahr 2011 mehr als 200 Dossiers zu neuen Arzneistoffen vorgelegt.

 

Zum Jahreswechsel seien es genau 220 gewesen, teilte das Institut jetzt mit. Besonders häufig haben die IQWiG-Wissenschaftler neue Krebsmedikamente bewertet. Bei den Onkologika sei auch der Anteil der Wirkstoffe mit mindestens einem Ansatzpunkt für einen Zusatznutzen besonders hoch. Nur bei etwa 40 Prozent galt ein Zusatznutzen als nicht belegt oder der Nutzen wurde geringer eingestuft als bei der Vergleichstherapie. Besser schnitten laut IQWiG nur die neuen Hepatitis-C-Mittel ab.

 

Schlechter fiel die Bilanz hingegen bei den neuen Antidiabetika aus, von denen nur 20 Prozent einen Zusatznutzen attestiert bekamen. Bei den Wirkstoffen mit neurologischen und psychiatrischen Indikationen waren es sogar nur 10 Prozent. Zudem bedauert das IQWiG, dass es bei anderen schwerwiegenden und weitverbreiteten Erkrankungen wie Alzheimer keine Fortschritte gab.

 

Eine weitere Zahl aus der Bilanz: In 70 Prozent der Fälle schloss sich der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) der Bewertung des IQWiG an. Bei den restlichen Dossiers schätzte der G-BA den Zusatznutzen zur Hälfte höher, zur Hälfte niedriger ein. Diese Abweichungen gehen vor allem auf neue Informationen aus dem Stellungnahmeverfahren zurück, das zwischen Veröffentlichung des IQWiG-Gutachtens und G-BA-Entscheid liegt. /

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