Pharmazeutische Zeitung online

Neuer Bluttest soll acht Krebsarten detektieren

23.01.2018
Datenschutz bei der PZ

Von Daniela Hüttemann / US-Wissenschaftler haben jetzt im Fachmagazin »Science« einen Bluttest vorgestellt, der acht Krebsarten in möglichst frühen Stadien erkennen soll: Eierstock-, Leber-, Magen-, Pankreas-, Speiseröhren-, Brust-, Darm- und Lungenkrebs.

 

Diese sind in den USA für 60 Prozent aller Krebstoten verantwortlich. Momentan gibt es lediglich für die drei letztgenannten Krebsarten Screening-Verfahren.

Der Bluttest mit dem Namen CancerSEEK reagiert auf zehn für Krebs typische Proteine sowie 16 Krebsgene, die bei Zerfall von Tumorzellen frei werden und im Blut zirkulieren. Der Test konnte je nach Krebsart und Stadium 33 bis 98 Prozent aller Erkrankten erkennen. Im Durchschnitt lag die Sensitivität bei 70 Prozent. Evaluiert wurde der Test bei 1005 Patienten mit nicht metastasiertem Krebs in den Stadien I bis III sowie an 812 gesunden Kontrollpersonen. Die Spezifität lag bei 99 Prozent., heißt es in der Publikation (DOI: 10.1126/science.aar3247). Das bedeutet, dass der Test nur bei sieben der gesunden Teilnehmer fälschlicherweise ein positives Ergebnis lieferte. Bei einigen Patienten gab das Testergebnis auch einen Hinweis, welches Gewebe von einem Tumor befallen war.

 

Zwar überzeugt die Sensitivität des Tests noch nicht vollends. Die Forscher um Joshua Cohen von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore hoffen jedoch, den Test einmal in der Früherkennung von Krebs einsetzen zu können, gerade bei Krebsarten, für die derzeit noch kein Screening möglich ist. Sie schätzen, dass die Anwendung etwa 500 US-Dollar kosten wird. Das sei vergleichbar mit den Kosten herkömmlicher Screening-Methoden wie der Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs. Verglichen damit sei der neue Test aber für den Patienten deutlich weniger aufwendig und angenehmer. Generell gilt die sogenannte flüssige Biopsie anhand von einer Blutprobe als Screening- Methode der Zukunft. /

 

Mehr von Avoxa