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Höhere Sozialausgaben machen Bürger gesünder

23.01.2018
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Von Anna Pannen / Geld in Sozialleistungen statt in Gesundheit zu investieren, sorgt für eine gesündere Bevölkerung. Das hat eine Untersuchung der kanadischen Ärztevereinigung Canadian Medical Association ergeben.

 

Die Studienautoren werteten dafür Daten zu den Gesundheits- und Sozialausgaben in neun verschiedenen kanadischen Provinzen über einen Zeitraum von 31 Jahren (1981 bis 2011) aus. Dann verglichen sie die Ergebnisse mit dem Gesundheitszustand der Bevölkerung in diesem Zeitraum.

 

Dabei kam heraus, dass es den Bürgern gesundheitlich besser ging, sobald eine Region ihre Ausgaben für Sozialleistungen wie finanzielle Unterstützung von Arbeitslosen, Sozialhilfe oder Familienhilfe erhöhte. Die durchschnittlichen Pro-Kopf-Ausgaben für Soziales lagen in diesem Zeitraum bei 930 kanadischen Dollar (rund 609 Euro) pro Jahr. Die für Gesundheit waren mit durchschnittlich 2900 Dollar (rund 1900 Euro) dreimal so hoch und stiegen im beobachteten Zeitraum zehnmal so stark an wie die Sozial­ausgaben. Die Studienautoren errechneten jedoch: Wenn von jedem Dollar, den eine Region in Gesundheit investierte, nur ein Cent stattdessen in Sozial­ausgaben floss, sank die Zahl der vermeidbaren Sterbefälle um 0,1 Prozent und die Lebenserwartung stieg um 0,01 Prozent.

 

Studienautor Daniel Dutton von der University of Calgary sieht hier ein großes Potenzial. Aus den Studienergebnissen errechneten er und seine Kollegen mögliche Effekte für die kommenden Jahre. »Wenn Regierungen ihre Ausgaben nur ein wenig verschieben und eine kleine Summe der Gesundheitsausgaben stattdessen in Soziales investieren, könnte die Lebenserwartung der Menschen um bis zu 5 Prozent steigen und die Rate der vermeidbaren Todesfälle um bis zu 3 Prozent sinken«, sagte er. Wenn das Geld dahin fließe, wo die sozialen Ursachen für Krankheiten liegen, sei das eine präventive Investition in Gesundheit und bewirke mehr, als möglichst viel Geld in die Behandlung von bereits bestehenden Erkrankungen zu stecken. /

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