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Schätzerkreis

Gesundheitsfonds im Plus

25.01.2011
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PZ / Trotz allen Wehklagens der Krankenkassenfunktionäre: Die Finanzlage des Gesundheitsfonds profitiert weiter von der guten Konjunktur. Nach der Prognose des Schätzerkreises für die Gesetzliche Krankenversicherung sind die Einnahmen im Jahr 2010 mit 173,9 Milliarden Euro um rund 300 Millionen Euro besser ausgefallen als noch im September vorhergesagt worden war. Die Prognose vom Dezember 2009 wurde sogar um satte 4,6 Milliarden Euro übertroffen.

Den Großteil der Einnahmen (170,3 Milliarden Euro) leitete der Fonds weiter an die Krankenkassen. Der Rest floss in die Liquiditätsreserve, die damit bereits jetzt die gesetzlich vorgegebene Mindesthöhe erreicht hat. Die Ausgaben der Kassen lagen 2010 bei 172,1 Milliarden Euro. Die Lücke zu den Einahmen müssen die Kassen über Zusatzbeiträge oder aus den Rücklagen schließen.

 

Deutlicher Überschuss 2011

 

Für 2011 zeichnet sich für den Gesundheitsfonds ein noch deutlich besseres Ergebnis ab. Der Schätzerkreis rechnet mit Einnahmen von 181,6 Milliarden Euro. Damit steigerte er seine Prognose vom September um 500 Millionen Euro. Die Zuweisungen an die Krankenkassen werden auf 178,9 Milliarden Euro veranschlagt, die Ausgaben auf 178,7 Milliarden Euro. Damit dürften Zusatzbeiträge in diesem Jahr eine geringe Bedeutung haben.

 

Aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds sollen von 2012 bis 2014 der mit der jüngsten Gesundheitsreform beschlossene Sozialausgleich für Bedürftige und die Zusatzbeiträge für Hartz-IV-Empfänger bezahlt werden.

 

Dem Schätzerkreis gehören Fachleute des Bundesministeriums für Gesundheit, des für die Durchführung und Steuerung des Gesundheitsfonds zuständigen Bundesversicherungsamtes sowie des GKV-Spitzenverbandes an. Der Schätzerkreis soll die Einnahmen und Ausgabenentwicklung der GKV bewerten und eine Prognose über den erforderlichen Beitragsbedarf des jeweiligen Folgejahres treffen. /

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