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Arzneimittelausgaben

Kostentreiber mit Patentschutz

26.01.2010
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PZ / Patentgeschützte Medikamente sind 2009 öfter verordnet worden und im Durchschnitt teurer geworden. Insgesamt ist der Umsatz aller Arzneimittel auf dem deutschen Apothekenmarkt im vergangenen Jahr trotz eines schwachen Jahresbeginns um 3,7 Prozent gewachsen.

Der Umsatz auf dem deutschen Apothekenmarkt wuchs im vergangenen Jahr um knapp 900 Millionen auf 24,7 Milliarden Euro zu Abgabepreisen der pharmazeutischen Unternehmen. Allerdings war mit diesem Ergebnis bis weit ins abgelaufene Jahr hinein nicht zu rechnen.

 

Nach sechs Monaten hatte der Markt gerade einmal ein Plus von 1,4 Prozent aufzuweisen, teilte der Gesundheitsdienstleister Insight Health mit. Die Zahlen basieren auf den Großhandelseinkäufen der öffentlichen Apotheken und den direkt vom Hersteller in die Apotheken gelieferten Präparaten. Im letzten Quartal 2009 legte der Umsatz um sieben Prozent zu, sodass insgesamt ein Umsatzwachstum von 3,7 Prozent erreicht wurde – 2008 waren es 4,3 Prozent, 2007 noch 4,4 Prozent.

 

Die Umsatzsteigerung ist nach Auskunft von Insight Health zu großen Teilen den verschreibungspflichtigen (rx) Arzneimitteln zu verdanken. Sie verzeichneten ein Umsatzplus von 4,5 Prozent. Der Anteil der Rx-Präparate am Gesamterlös der Apotheken betrug 2009 rund 82 Prozent (2008 waren es 81,3 Prozent).

 

Abwanderung zum Versandhandel

 

Dagegen ging der Umsatz mit apothekenpflichtigen Arzneimittel um 1,5 Prozent zurück. Insight Health vermutet die Gründe in einer Abwanderung des Geschäfts mit rezeptfreien, apothekenpflichtigen Medikamenten zum Versandhandel. Nach Zahlen des Kooperationspartners AC Nielsen sei der Umsatz mit diesen Präparaten bei den Versandapotheken im Vorjahr um 25 Prozent gestiegen.

 

Patentgeschützte Arzneimittel sind nach Zahlen des Marktforschungsinstituts IMS Health von Januar bis November 2009 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum öfter verordnet und im Durchschnitt erheblich teurer geworden. Der Branchenverband Pro Generika nannte einen Ausgabenzuwachs für die Krankenkassen von 15 Prozent, wobei der Umsatz deutlich stärker gestiegen sei als die Menge der abgegebenen Arzneimittel.

 

Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) musste demnach für patentgeschützte Präparate bis zum vergangenen November 35 Prozent ihrer Arzneimittelausgaben aufwenden. Mengenmäßig entfiel auf patentgeschützte Produkte aber nur ein Anteil von 8,2 Prozent aller zulasten der Krankenkassen abgegebenen Medikamente, so Pro Generika.

 

Der Industrieverband wies auf die Rolle der Generika als Kostendämpfer im Gesundheitswesen hin: »Dass sich der Ausgabenanstieg im GKV-Gesamtmarkt bis zum November 2009 netto – nach Abzug der Hersteller- und Apothekenabschläge, aber ohne Berücksichtigung der Arzneimittelzuzahlungen der Patienten und der Rückflüsse aus Rabattverträgen – auf moderate 4,9 Prozent belief, ist einzig und allein den Generika zu verdanken.« Deren Anteil an den Arzneimittelausgaben der Krankenkassen betrug 28 Prozent, ihr Absatzanteil dagegen 62 Prozent.

 

Nach Hochrechnungen von IMS Health sparte die Gesetzliche Krankenversicherung im vergangenen Jahr acht Milliarden Euro durch den Einsatz von Generika. Darin sind die Einsparungen aus Rabattverträgen noch nicht enthalten. /

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