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Körperscannertechnik gegen Fälschungen

26.01.2010
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dpa / Die in Körperscannern angewandte Terahertz- Strahlung kann auch zur Entlarvung gefälschter Medikamente eingesetzt werden. Bochumer Forscher haben ein Verfahren entwickelt, bei dem Medikamente automatisch bei der Ein- und Ausfuhr auf ihre Echtheit untersucht werden können.

 

In den nächsten zweieinhalb Jahren soll die Technik weiter getestet und für Praxisanwendungen aufgebaut werden, wie Geschäftsführer Jens Soetebier von der Terahertz-Forschungsgruppe der Ruhr-Universität Bochum sagte. Die Entwicklung dieser Geräte und der versteckten Kennzeichnungen in den Medikamenten durch die Universität und Industriepartner wird vom Land Nordrhein-Westfalen und der EU mit 1,35 Millionen Euro gefördert. Der Einsatz von Terahertz-Strahlung zur Medikamentenkontrolle wird bereits seit mehreren Jahren diskutiert.

 

»Viele Stoffe haben eine ganz individuelle Kennzeichnung ähnlich dem Fingerabdruck beim Menschen«, sagte Soetebier. Die für den Menschen ungefährliche Terahertz-Strahlung ermögliche die Identifizierung dieser Stoffe. Erste Patente für das Verfahren seien bereits angemeldet.

 

Das Verfahren basiere auf einer Kombination mehrerer Analysemethoden, bei denen die Produkte nicht beeinträchtigt werden. Die Methoden sollen eine schnelle und sichere Unterscheidung von Originalprodukten und Fälschungen zum Beispiel beim Zoll ermöglichen. »Das Verfahren würde eine erfolgreiche Fälschung so teuer machen, dass Nachahmungen unrentabel werden«, erklärte Patentanwältin Tanja Bendele.

 

Terahertz-Strahlung stammt aus einer Nische des elektromagnetischen Spektrums zwischen Wärmestrahlung (Infrarot) und Mikrowellen. Die Strahlen durchdringen problemlos Stoff und viele Verpackungsmaterialien wie Pappe, Holz und viele Kunststoffe ohne deren Struktur zu verändern. /

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