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Beruf ohne Nachwuchs?

26.01.2010
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Warum sind Sie Apothekerin oder Apotheker geworden? Sicher – ein qualifizierter Beruf ist die Grundlage für die Existenzsicherung. Wenn dies aber ausschlaggebend gewesen wäre, dann hätte man die Wahl zwischen vielen anderen Berufen gehabt. Für die Entscheidung, den Apothekerberuf zu ergreifen, hat es sicher noch andere Gründe gegeben – das Interesse an Naturwissenschaften, die Vielfältigkeit der Tätigkeitsfelder, das Interesse an Menschen und der Wunsch, ihnen zu helfen, um nur einige zu nennen. Diese Neigungen kann man als Apotheker wunderbar miteinander verbinden.

 

Wir Apotheker werden gebraucht. Das zeigt schon ein Blick in die Arbeitslosenstatistik: Es gibt wohl kaum einen anderen Beruf, in dem es praktisch keine Arbeitslosen gibt. Zudem hört man aus dem Kreis der Kollegen, dass es schwierig sei, approbierte Mitarbeiter zu finden. Das gilt nicht nur für die öffentlichen Apotheken, sondern auch für die pharmazeutische Industrie. Optimale Voraussetzungen also, dass viele Schüler sich nicht nur für den Apothekerberuf interessieren, sondern ihn auch ergreifen sollten.

 

Dem ist aber nicht so. Auch wenn die pharmazeutischen Institute ausgelastet sind, ist in den letzten Jahren die Zahl der Bewerber um einen Studienplatz der Pharmazie kontinuierlich gesunken. Es gibt zwar nach wie vor mehr Bewerber als Studienplätze, aber erfahrungsgemäß nehmen nicht alle den angebotenen Studienplatz an. Es könnte somit in absehbarer Zukunft die Situation eintreten, dass die pharmazeutischen Institute nicht mehr ausgelastet sind, das heißt, dass sich, allerdings mit zeitlicher Verzögerung, die Nachwuchssituation verschärft.

 

Was ist zu tun? Wir müssen die Pharmazie für Jugendliche erlebbar machen. Das gilt sicher zunächst einmal für die öffentliche Apotheke, da dieser Tätigkeitsbereich am ehesten mit dem Apothekerberuf verbunden wird. Geben Sie jungen Menschen, die sich dafür interessieren, die Möglichkeit eines Praktikums oder stellen Sie den Beruf bei Informationsveranstaltungen der Schulen vor. Wichtig ist dabei auch, die Vielseitigkeit des Apothekerberufes herauszustellen. Das gilt nicht nur für die öffentliche Apotheke, sondern auch für Krankenhausapotheken, Industrie oder Bundeswehr. Wir sind weder »akademische Schubladenzieher« noch führt die Ausbildung in eine Einbahnstraße. Das müssen wir vermitteln. Wir müssen aber auch unsere Freude am Beruf vermitteln. Wie immer im Leben ist diese sicher nicht ungetrübt. Aber ohne Freude an einem Beruf kann man diesen nicht erfolgreich und überzeugend ausüben.

 

Zum Erfolg gehört auch Sachkompetenz, die wir durch die Fortbildung auf dem aktuellen Stand halten müssen. Der wissenschaftliche Beirat der Bundesapothekerkammer hat daher für den diesjährigen Fortbildungskongress Pharmacon vom 7. bis 12. Februar 2010 in Davos ein interessantes Programm zum Thema »Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Pharmakotherapie und Prävention« zusammengestellt. Ich freue mich, Sie in Davos begrüßen zu dürfen.

Erika Fink

Präsidentin der Bundesapothekerkammer

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