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Grünes Rezept wird häufiger genutzt

17.01.2018
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Von Anna Pannen / Ärzte in Deutschland händigen ihren Patienten immer häufiger ein Grünes Rezept aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Beratungsunternehmens IQVIA. Auf Grünen Rezepten können Mediziner ihren Patienten verschreibungsfreie Arzneimittel empfehlen. Diese Medikamente können die Patienten zwar auch ohne Rezept in der Apotheke bekommen. Das Grüne Rezept dient jedoch als Merkhilfe, etwa was die Darreichungsform angeht. Auch soll es die Compliance erhöhen.

 

Während Grüne Rezepte 2005 noch einen Anteil von 3,4 Prozent aller Verordnungen ausmachten, waren es im vergangenen Jahr bereits 6,6 Prozent. Rund 150 Millionen OTC wurden 2017 auf Rezept verordnet, das waren 0,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Meist verschrieben Ärzte OTC auf Kassen-Rezept (45 Prozent). Der Anteil Grüner Rezepte lag bei 31 Prozent, das entspricht 47,2 Millionen ausgestellter Vordrucke. 2016 waren es noch 7,7 Prozent weniger gewesen.

Besonders häufig wurden 2017 Halsschmerzmittel auf Grünem Rezept verordnet, ihre Anzahl stieg um 19,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es folgten Vitaminpräparate (+17,5 Prozent), Anti­diarrhoika (+14,6 Prozent) und Schnupfenmittel (+14,4 Prozent). Etwas seltener als im Vorjahr wurden dagegen gynä­kologische Antiinfektiva (-2,7 Prozent) und topische Antirheumatika (-1,4 Prozent) auf Grünem Rezept verordnet. Zu den häufigsten auf Grünem Rezept empfohlenen Präparaten gehören Sinupret®, Gelomyrtol®, Iberogast® sowie bestimmte ASS-Präparate und Nasensprays. Insgesamt entfällt rund ein Fünftel aller auf Grünem Rezept verordneten Mittel auf nur zehn Präparate.

 

Mehr als jeder zweite niedergelassene Mediziner in Deutschland nutzt Grüne Rezepte. 68 Prozent der niedergelassenen Ärzte gaben gegenüber IQVIA an, im 3. Quartal 2017 mindestens einmal ein solches Formular genutzt zu haben. Besonders häufig griffen HNO-Ärzte zu dem grünen Papier: Bei ihnen lag der Anteil bei 84 Prozent. Bei den Dermatologen machten 79 Prozent diese Aussage, gefolgt von Allgemeinmedizinern (75 Prozent) und Gynäkologen (72 Prozent). Am seltensten empfahlen Neurologen/Psychiater (22 Prozent) und Ärzte mit internistischem Schwerpunkt wie Kardiologen oder Gastroenterologen (35 Prozent) Medikamente auf dieser Rezeptform. /

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