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Progesteron soll vor Fehlgeburten schützen

18.01.2017
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Von Daniela Hüttemann / Einigen Frauen, die zu frühen Fehlgeburten neigen, könnte die Anwendung von Progesteron bei der Beibehaltung der Schwangerschaft helfen. Das zeigt eine Studie mit 116 Frauen, bei denen zuvor zwei oder mehr Schwangerschaften bereits in den ersten zehn Wochen geendet hatten.

 

Bekam ein Teil dieser Frauen 100 bis 200 mg mikronisiertes Progesteron zwei Tage nach dem Eisprung zweimal täglich vaginal verabreicht, erhöhte dies nach erfolgreicher Empfängnis deutlich die Chance des Fetus, das erste Trimenon zu überstehen, schreibt eine Forschergruppe im Fachjournal »Fertility and Sterility« (DOI: 10.1016/j.fertn stert.2016.11.029).

Bei der Hälfte der Frauen war zuvor ein erhöhter Spiegel von nuklearem Cyclin E (nCyclinE) in der Gebärmutterschleimhaut festgestellt worden. Dadurch baut sich das Endometrium nach dem Eisprung nicht richtig auf. Diese Probandinnen bekamen Progesteron, die anderen Frauen mit mehreren Fehlgeburten in der Frühschwangerschaft hatten dagegen normale nCyclinE-Spiegel und dienten als Kontrollgruppe. Bei den 59 Frauen mit erhöhtem nCyclin­E-Spiegel stieg die Rate erfolgreicher Schwangerschaften signifikant von 6 auf 69 Prozent. Frauen mit Fertilitätsproblemen durch Endometriose und andere Erkrankungen waren bei der Auswertung der beobachtenden Kohortenstudie ausgeschlossen.

 

»Das Endometrium versorgt den Embryo bis zur achten Woche der Schwangerschaft, danach beginnt die Versorgung über das mütterliche Blut«, erklärt Koautor Dr. Harvey Kliman, Direktor eines gynäkologischen Forschungszentrums an der Yale School of Medicine. »In der Gruppe der Frauen mit mehrfachen frühen Fehlgeburten vermuten wir, dass die Embryonen im wahren Wortsinn verhungert sind.« Die Embryonen konnten sich zwar in der Gebärmutterschleimhaut einnisten, aber nicht weiterentwickeln. Progesteron soll die Sekretion im Endometrium und damit die Nährstoffzufuhr verbessern. /

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