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Zwei neue Wirkstoffe im Januar

15.01.2013  17:48 Uhr

Von Sven Siebenand / Ab dem 15. Januar sind zwei neue Arzneistoffe auf dem deutschen Markt verfügbar.

Neuling Nummer eins ist das Antibiotikum Fidaxomicin (Dificlir® 200 mg Filmta­bletten, Astellas Pharma). Es gehört zur neuen Gruppe der makrozyklischen Antibiotika, ist bakterizid wirksam und hemmt die RNA-Synthese durch das bakterielle Enzym RNA-Polymerase. Zum Einsatz kommt es bei Erwachsenen mit durch Clostridium-difficile-Bakterien verursachten Darmentzündungen. Den Betroffenen wird empfohlen, zehn Tage lang täglich zwei 200-mg-Tabletten einzunehmen. Fidaxomicin hat ein sehr spezifisches Wirkspektrum, sodass die übrige Darmflora weitgehend erhalten bleibt.

Die zweite neue Substanz heißt Ingenolmebutat. Sie ist in dem Gel Picato® enthalten. Das Unternehmen Leo Pharma führt das Topikum ab dem 15. Januar in zwei Stärken (150 µg/g Gel und 500 µg/g Gel) in den Handel ein. Bei Ingenol handelt es sich um einen Inhaltsstoff des Pflanzensaftes der Garten-Wolfsmilch (Euphorbia peplus). Der Wirkstoff wird zur Behandlung von aktinischen Keratosen bei Erwachsenen angewendet. Es ist indiziert bei nicht hyperkeratotischen und nicht hypertrophen aktinischen Keratosen.

 

Der Wirkmechanismus von Inge­nolmebutat ist noch nichtvollständig aufgeklärt. Man geht davon aus, dass der Wirkstoff einerseits nach Auftragen auf die Haut eine direkte toxische Wirkung auf die Zellen ausübt und andererseits zugleich eine Entzündungsreaktion fördert. Diese beiden Wirkungen führen zusammen zum Tod der Zellen, die von der aktinischen Keratose betroffen sind.

 

Wenn sich die Keratose im Gesicht, auf der Kopfhaut oder im oberen Bereich des Nackens befindet, sollten Patienten das schwächer dosierte Gel an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils einmal täglich auftragen. Befindet sich die Keratose am Rumpf, den Extremitäten oder im unteren Bereich des Nackens, sollten das höher dosierte Gel an zwei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils einmal täglich aufgetragen werden. Das Ansprechen auf die Therapie ist erst nach etwa acht Wochen beurteilbar. Laut Fachinformation stehen keine Daten zu mehr als einem Behandlungszyklus von zwei beziehungsweise drei aufeinanderfolgenden Tagen zur Verfügung. /

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