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Männergesundheit

Risikofreude hat ihren Preis

07.01.2015  10:02 Uhr

Von Christina Hohmann-Jeddi / Männer verhalten sich ungesünder und riskanter, sterben entsprechend früher, aber fühlen sich objektiv gesünder als Frauen. Dies sind einige der aktuellen Daten und Erkenntnisse, die das Robert-Koch-Institut im nun veröffentlichten Bericht »Gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland« zusammengefasst hat.

 

Die mittlere Lebenserwartung bei Geburt beträgt demnach für Männer derzeit 77,7 Jahre. Sie liegt damit trotz einiger Annäherung in den vergangenen Jahren immer noch fünf Jahre unter der der Frauen. Bei den Männern unter 35 Jahren sind vor allem Suizide und Unfälle für die höheren Todesraten verantwortlich, bei den älteren Herzkrankheiten und Lungenkrebs.

 

»Ein Teil der Mortalitätsunterschiede zwischen Männern und Frauen kann auf gesundheitliches Risikoverhalten zurückgeführt werden«, heißt es in dem GBE-Bericht. Die alkoholische Leberkrankheit infolge von Alkohol­abusus, Lungenkrebs als Folge von Rauchen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen als mögliche Folge eines ungesunden Lebensstils hinsichtlich Ernährung, Bewegung, Übergewicht sowie Tabakkonsum sind bei Männern relevante Todesursachen. Hinzu kommen ein größeres Risiko, durch Verkehrsunfälle zu sterben sowie die häufigere Erwerbstätigkeit von Männern und die damit einhergehenden gesundheitlichen Gefährdungen.

 

Männer machen in Hinblick auf die Gesundheit mehr falsch als Frauen: Sie rauchen häufiger, neigen stärker zu riskantem Alkoholkonsum und essen mehr Fleisch und weniger Ballaststoffe. Deutlich mehr Männer als Frauen leiden an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch bei Krebserkrankungen, vor allem Lungenkrebs, liegen sie vorn – ihre Rate ist etwa doppelt so hoch. Psychische Erkrankungen wie Depressionen werden bei ihnen weniger häufiger diagnostiziert, doch zugleich ist ihre Suizidrate höher. Auch von Alkoholsucht sind deutlich mehr Männer als Frauen betroffen, dafür betreiben sie seltener Medikamentenmissbrauch. Im Vergleich zu Frauen schätzen Männer ihren Gesundheitszustand häufiger als gut oder sehr gut ein. Eine Erklärung könnte sein, dass sie körperliche Symptome weniger wahrnehmen – oder weniger darüber reden.

 

»Die Zahlen sind nicht neu, aber viele Bewertungen und Schlussfolgerungen«, erläuterte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher in Berlin zu dem Kompendium mit mehr als 220 Seiten. Es ist auf den Seiten des RKI unter www.rki.de abrufbar. /

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